Mai 2013
M D M D F S S
« Apr    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Aguamansa – Pinolere

Ja, wir sind wieder da und eine, hoffentlich so schöne Wandersaison wie die vergangene, beginnen wir wieder mit einer nicht ganz so anspruchsvollen Tour.
Heißt es sonst „der Weg ist das Ziel“ so trifft auf die heutige Wanderung zu: „Pinolere mit dem Museumsdorf ist das Ziel“.

Wanderwegstrecke: Hinweg 1 Stunde 45 Minuten
Den Rückweg haben wir uns „geschenkt“. Es war uns zu warm und da wir Nichtwanderer dabei haben, die sowieso mit dem Wagen nach Pinolere weitergefahren sind, war das kein Problem.

Der Start von der Caldera aus ist uns nun schon von einigen Wanderungen her vertraut und nach dem Studium der aushängenden Karte und dem Hinweisschild  TF 35.1 „Pinolere 6,3 km“ geht es um 11.30 Uhr los.

Der breite Forstweg ist uns ebenfalls bekannt. Vorbei an Pedro Gil, Casa de Agua folgen wir den häufig aufgestellten Hinweistafeln. Rechter Hand begleiten uns zum Teil beeindruckende Felsformationen, linker Hand geben die Sträucher und Bäume den Blick auf den Teide frei und auf das Orotavatal.

Die ersten 4 km sind ein leichter  Spaziergang. Dann haben wir die Wahl: „Pinolere 2,8 km oder Pinolere 2,1 km“. Wir entscheiden uns für die kürzere Variante und wollen die längere Strecke zurück gehen.
Nun gestaltet sich die Strecke wie wir es gerne haben: ein malerischer,  schmaler Pfad von Bäumen und Sträuchern gesäumt und beschattet, jedoch sehr, sehr  steil und auf den Kiefernnadeln auch etwas rutschig.

Eine detaillierte Beschreibung des Weges erübrigt  sich, da die gesamte Wanderung  sehr gut mit den weiß-gelben Balken markiert ist.
Lediglich im Ort Pinolere selbst fragen wir nach dem Museumsdorf, hätten es jedoch auch so gefunden, da die asphaltierte Straße unmittelbar daran vorbeiführt.

Besonderheit:
Keiner meiner Teneriffa- oder Wanderführer hat Pinolere im Verzeichnis.
Dabei besteht seit 10 Jahren dieses liebevoll gestaltete Museumsdorf. Es ist nicht staatlich sondern wurde von der Orts-Gemeinschaft errichtet, und wird auch von ihr verwaltet und betreut.

Der junge Museumswächter erklärt uns, dass der Besucherzulauf äußerst gering ist. Jedoch dient das Museumsdorf auch dem Zweck, den Kindergarten- und Grundschulkindern der Städte das Landleben und “wie es früher einmal war” nahe zu bringen.
Ihnen klar zu machen, dass die Milch nicht aus der „lata“, der Dose,  dem Tetra Pak kommt. Zu diesen Besuchen erscheint dann auch ein Ziegenhirte mit seinen Tieren und es wird das Melken demonstriert.

In einigen kleinen Hütten, alle mit den typischen strohgedeckten Dächern – zum Teil nur ein Raum – wird demonstriert, wie man noch Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts auf Teneriffa gelebt hat.
Liebevoll sind die Häuschen eingerichtet, so als hätten die Bewohner sie nur mal eben verlassen, um z.B. die Wäsche aufzuhängen oder die Hühner, Kaninchen und Enten zu füttern.

In anderen Hütten wird anschaulich die Korbflechterei aus den verschiedensten Materialien wie Stroh, Palmwedel, Bananenblättern oder Bambus vorgestellt. Die daraus gefertigten Körbe dienten zur Erleichterung aller möglichen Arbeiten. So vom Nähkörbchen bis zum gewaltigen Lastenkorb.

Auch ein Dreschplatz ist vorhanden und auch der „Donnerbalken“ fehlt nicht.

Selbst einen kleinen „Supermarkt“ gibt es in dem von Kartoffeln bis Kohlen alles angeboten wurde.

 

Fazit: Sehenswert! Ganz liebevoll und schön gestaltet.
Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 14 Uhr. Eintritt 2 Euro.
Da die Öffnungszeiten nicht ganz so streng genommen werden (bei unserem Besuch wurde erst gegen 12 Uhr geöffnet – wir waren allerdings auch die einzigen Besucher) sollte man vielleicht vorher anrufen:
Telefon: 922 336 733 oder 922 32 26 78
Will man mit dem Wagen anfahren, findet man es laut Beschreibung:
„Wenn man von der Zufahrtsstrasse Richtung Teide rechts nach Pinolere abbiegt und dieser Strass folgt, bis man an eine kleine Plaza kommt. Um diese muss man einmal drumherum laufen, denn der Eingang zum Museumsdorf liegt genau hinter der Plaza.“

Restaurant:
Hermanos Polo, Tel. 661 065 506.

Da  es inzwischen 14 Uhr geworden ist und wir den liebenswürdigen, auskunftfreudigen Museumswächter nicht länger festhalten wollten bis das Autoumsetzen erfolgreich abgeschlossen ist, kehrten wir in einer kleinen Bodega, wenige Meter unterhalb des Museums auf der gegenüber liegenden Straßenseite ein.
Unter schattigen Bäumen schmeckte der hier produzierte Wein. Keine Touristen und von einem Nebentisch wurde uns – ungefragt – versichert, dass auch alles gut schmeckt was aus der Küche kommt.
So ermuntert beschlossen wir, an diesem gemütlichen Ort, nur unter Einheimischen, zu bleiben.
Wir haben es nicht bereut!

Kommentieren