Oktober 2019
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Afur – Playa de Tamadite – Taganana – Afur

Nach der Schlechtwetterperiode war uns mal wieder so richtig nach Wandern zu Mute.
In der Zwischenzeit haben wir schon früher beschriebene Küstenwanderungen gemacht, aber heute wollen wir es wissen.

Ein kanarischer Bekannter schwärmte uns so von der Rundtour Afur vor, dass wir uns sagten: DIE muss es sein.

Nur soviel schon vorab: Traumhaft schöne Wanderung in der grünen Region Teneriffas, dem Anagagebirge, bis hinunter zur Küste, zur Playa Tamadiste oder auch Tamadite genannt,  und wieder hoch hinauf zum Sattel des Roque El Fraile und wieder runter bis zu dem kleinen Örtchen Afur.

Wanderwegstrecke: wir haben 5  ½ Stunden gebraucht, da wir uns ein Stückchen verstiegen hatten und viel geschaut und fotografiert haben.

Übrigens: Die ausgezeichneten Fotos hat dieses Mal alle meine Freundin und Wanderpartnerin Elisabeth mit ihrem iPhone gemacht, da ich meine Kamera zu Hause liegen gelassen hatte.

Wir parken unseren Wagen an der letzten Bushaltestelle unten im Örtchen Afur. Etwas tiefer liegt noch ein riesengroßer Parkplatz als Ausgangspunkt für die Wanderung.
Da wir jedoch das „Örtchen“ mit Kirchlein und Bar gleich mit besichtigen wollen, steigen wir von oben ein.
Um 10.05 Uhr geht es los mit einem etwas unguten Gefühl, da es die  gesamte Strecke von La Laguna bis kurz vor Afur geregnet hat.
Wir vertrauen darauf, dass der Bergkamm die Regenwolken abhält und – zum Glück –  haben wir uns nicht verspekuliert.

Auf dem Kirchplatz gibt es den ersten Hinweis auf die Tour:
PR TF 8: Taganana 7,5 Km und

PR TF 8 : 3,7 km Casa Forestal – Taganana

Eine Informationstafel klärt uns auf, dass wir uns auf dem PR TF 8 auf
einigen der traditionellsten Pfade des Anaga-Gebirges bewegen werden.
Auf dem Holzkohlenweg (hier wurde Holzkohle gebrannt und nach Santa Cruz gebracht), dem Zuckererohrpfad (um Taganana wurde Zuckerrohr angebaut und verarbeitet) und dem Weinsteig (noch heute wird hier viel Wein angebaut. Der Weißwein der Region ist für seine Güte bekannt).

An einem Laternenpfahl, umrahmt von Tamarisken, sehen wir die für unsere Wanderung zutreffende Markierung: weiß-gelbe Balken.

Vorbei an der kleinen Bar und dem Schulgebäude gelangen wir auf einen wild-romatischen, abwärts führenden Pfad. Auf den umliegenden Feldern wird gearbeitet und der Blick geht auf den mächtigen Koloss des Roque Taborno und auf den Roque Igués.

Schnell gelangen wir auf eine Betonpiste und an einem Pfahl leuchtet uns die Markierung entgegen.

Und schon haben wir den freien Blick auf’s Meer, gerahmt von mächtigen Felsbrocken.

Achtung: Schnell sind wir im Baranco de Tamadite und an einem mächtigen, schwarzen Felsen und einem Pfahl sehen wir die weiß-gelben Balken. Nach einer Felsformation, wie eine Skulptur, befindet sich etwas oberhalb eine Holztafel, mit dem Hinweis: „Tamadiste Playa“.
Hier also rechts weg und nicht weiter gerade aus Richtung Bach!!!
(das haben wir gemacht und mussten dann wieder aufsteigen.)

Auf einem schmalen, steinigen, gut präparierten Pfad, gesichert durch Holzgeländer steigen wir ab  – links unten begleitet uns der Bach. Er ist einer der wenigen Bäche  – wenn nicht so gar der einzige –  auf Teneriffa, der ganzjährig Wasser führt.

Auf der ganzen Strecke werden wir umweht vom Duft des Wermuts und wir erfreuen uns an großen Flächen der weißblühenden Kanaren-Trichternarzisse.

Nach einer knappen Stunde sind wir unten am Bach und queren ihn – trockenen Fußes – über dicke Steine.

Eine in den Fels geschlagene Treppe und wiederum mit Geländer gesichert führt uns aufwärts.
Aber zuerst bewundern wir noch ein Musterexemplar der durch Erosion stehen gebliebenen „Mauer“ aus Vulkangestein.

Nun sind wir schon so in Sichtweite des Meeres, dass wir die Brandung ausmachen können.

Schnell sind wir abgestiegen,  haben nun den Bach mit etlichen kleinen Wasserfällen und Gumpen rechts von uns.

Das letzte Stück bis zum Meer legen wir in Begleitung von 4 jungen Canarios mit ihren Hunden zurück.
Sie kommen von Taborno herunter und meinten, die Strecke wäre teilweise sehr gefährlich.

Trotz „Versteigen“ sind wir um 11.45 Uhr an der Playa und sind begeistert von der  wuchtigen Brandung, der Kies-Sand Playa,  die umrundet ist   von Felsen und begrünten Abhängen und dem Blick bis zur Punta Tamadite.

Das ist der richtige Ort, unsere obligatorische Apfelpause einzulegen, den Canarios bei ihrer Mutprobe, in dieser Brandung zu schwimmen, zuzuschauen und zu hoffen, dass wir das traditionelle Pfahlspringen von einem der jungen Männer beobachten können, der mit seinem langen Stab aufsteigt.

Nach 15 Minuten wandern wir weiter, denn wir haben noch eine lange Strecke vor uns.  Nächste Etappe: Taganana

Ein kleines Stück zurück, an einem urigen Fischerhäuschen (?) vorbei,  gehen wir zum Bach runter, um an diesem wiederum ein Stück zurück zu wandern,  und queren diesen dann als wir an einem Felsen die weiß-gelben Balken sehen, die noch von einem grünen Punkt ergänzt werden.

Auf der Gegenseite geht es gleich steil, steiler, wirklich absolut steil hinauf. Wir gewinnen dadurch schnell an Höhe und bei einem Blick zurück sind wir wiederum begeistert von dem Bild, das sich uns bietet:

Die grünen Hänge sind nun sonnenbeschienen und die riesigen Kandelaber-Wolfsmilch-Gewächse  glänzen silbern, dazu das blau-grüne Meer mit fantastischer, weiß-schäumender Brandung, die Felsspitzen die ins Meer ragen. Schön!

Außerdem begeistert uns, dass die Sonne scheint! Und wir beglückwünschen uns, dass wir es gewagt haben, bei den Wettervoraussetzungen doch zu wandern!
Wir wären schon sehr zufrieden gewesen, wenn wir nur trockenen Fußes die Tour hätten machen können.

Den Pfahlspringer sehen wir an einem Hüttchen arbeiten, haben immer noch die Hoffnung, dass er zur Playa zurück springt, aber er hat zu tun und wir steigen weiter aufwärts. Vorbei geht es an einem malerischen,  aus Vulkansteinen in den Hang gebauten und mit Schilf gedeckten Haus .

Nachdem wir den Kamm erreicht haben, geht es in teils sanftem, teils etwas heftigerem Auf- und Abwärtssteigen immer in luftiger Höhe entlang an der unter uns liegenden Steilküste  am Fuß des Roque Marrubal.

Nach einer Stunde gelangen wir in die Weinbauregion und unser Weg wird nun breiter und nach weiteren 15 Minuten gelangen wir  an eine Ansammlung von gepflegten Häusern, umgeben von Weinreben.

Auf der Teerstraße, gesäumt von Palmen, marschieren wir weiter, passieren  die Bodega Queque.
Kurz darauf, an einer Wasserleitung, zweigt von der Fahrstraße – weiß-gelbe Markierung –  ein fußbreiter Pfad steil neben einer Wasserleitung rechts ab.
Gekreuzte weiß-gelbe Balken an der Fahrstraße weisen daraufhin: hier nicht weiter geradeaus.

Auf dem äußerst schmalen Pfad, gesäumt von einer der hier üblichen Trockenmauern, die überzogen ist mit unterschiedlichen Aeonien,
gehen wir  auf halsbrecherische Weise weiter, blicken auf den Friedhof von Taganana hinunter und gelangen nach 10 Minuten auf eine Asphaltstraße und sehen oberhalb von uns einen großen, dunklen Komplex mit kleinen Fensterchen, ein Gefängnis?

Kurz darauf gelangen wir an die obere Dorfstraße von Taganana, die Calle José Negrin Viñas, Cruz Vieja mit netten Häusern, vor einem  steht ein Musterexemplar des Weihnachtssterns.

Den  Abstieg, der links in den Ort Taganana  führt, schenken wir uns.
Taganana ist der größte Ort im Anagagebirge und erstreckt sich über viele Terrassen von etwa 200 Meter Höhe bis zur Meeresküste.

Wir gehen an den Häusern hier oben vorbei und bei Haus Nummer 2 biegen wir rechts ab. Auf einer geriffelten Betonpiste geht es aufwärts.
Ein Einheimischer sagt uns, nach Afur haben wir von hier aus noch „más o menos“ (mehr oder weniger) 1 ½ Stunden zu gehen. „Vamos a ver.“ Wir werden es sehen. – Tatsächlich haben wir 2 Stunden gebraucht.

Die Hinweistafel sagt uns:  La Cumbrecilla – Afur

Vorbei am Casa Noni geht es hinauf. Nach 10 Minuten wechselt der Weg auf Erdreich und noch etwas später auf einen kunstvoll mit großen Felsplatten belegten Weg.

Nächster Hinweis: La Cumbrecilla – Afur, links, auf dem gepflasterten Weg weiter.
An Weinfeldern vorbei werden wir rechts hoch geschickt und nun geht es um 14 Uhr los.
Noch ein Blick zurück zum Meer mit seinen Inselchen und in das weite Tal von Taganana.

Nun erwarten uns große Erikabäume, vereinzelt kanarische Kiefern, Lorbeerbäume, einige Mispelbäume, das kräftige Grün des  sprießenden Adlerfarns, bodenbedeckend das saftige Grün des nickenden Sauerklees und der Luzerne.

Zu unserem Glück führt dieser äußerst steile, schweißtreibende  Aufstieg auf ausgewaschenen  Steinrinnen durch einen Tunnel von Erika- und Lorbeerbäumen. Er steigt in kurzen Serpentinen in direkter Linie unter Strommasten aufwärts.
Zwischendurch erfreuen wir uns an dem Vogelgezwitscher, das wir in dieser Intensität noch selten gehört haben.

35 Minuten hat der Anstieg gedauert und oben erwartet uns am Sattel des Roque El Fraile ein Gipfelkreuz und eine grüne, große Mülltonne. Witzig!

Und nunmehr geht’s bergab. Rechts runter, Hinweistafel „Afur“ den Roque Taborno und viele uns unbekannte Felsen im Blick.

Ohne Anstrengung erreichen wir bald ein Gehöft, die junge Frau grüßt uns freundlich und immer heiter weiter runter.
Nach einer halben Stunde Abstieg sind wir im Zweifel: rechts oder links an der Gabelung weiter. Kein Hinweis. Wir entscheiden uns rein gefühlsmäßig für links, da wir annehmen, rechts geht es nur zu einem Haus.
Richtig.
Ruck zuck, um 15.10 Uhr,  sind wir auf dem breiten, gut ausgebauten Weg unten auf der TF 136, etwas unterhalb von km 5 bei einer Bushaltestelle.

Nun gehen wir 20 Minuten  auf der – Gott sei Dank – wenig befahrenen Straße bis wir an einer Kurve  rechts an einem markanten, schwarzen Felsen die weiß-gelb gekreuzten Balken sehen, also hier nicht weiter. Links, an einem Telegraphenmasten  machen wir  die weiß-gelbe Markierung aus.
Hier geht ein schmaler Durchgang zwischen den Blöcken der Straßensicherung ab. Zur Zeit ist diese Stelle noch zusätzlich durch einen roten und einen weißen Plastikpylon gesichert.

Unter einem imposanten Felsüberhang geht es durch,  den Blick links auf ein hübsches Tal und hast Du nicht gesehen, sind wir an einigen Häusern mit Obstbäumen und liebevoll angelegten Gärtchen im Örtchen Afur.
So schnell hatten wir das Ende der Tour nun doch nicht erwartet.

Jetzt freuen wir uns auf einen café con leche und da es uns hier so gut gefällt und wir so glücklich über die Wanderung sind, serviert uns señor Jose leckeren Käse, frisches Weißbrot mit viel Anis  und ein Glas Rotwein aus der Region.

War das ein schöner Tag!

Einkehrmöglichkeit:
Bar Casa Jose Cañon in Afur, Telefon: 69 01 41
Sehenswert ist die kleine Bar ob seiner Vielfalt an Spirituosen. Das sucht seinesgleichen.

Anfahrt:
Von Los Christianos kommend auf der TF 1 bis Santa Maria del Mar, dann auf die TF 2, auf dieser bis zur ersten Ausfahrt La Laguna, auf der TF 13 und dann auf der TF 12 bis Abzweig Afur auf die TF 136 bis zum Ende.
1 ½ Stunden.

Abfahrt:

Wenn man will, weil die Strecke so schön ist, links und rechts der Blick auf’s Meer:
Zurück auf die TF 12 und dann Richtung El Bailadero, Taganana bis San Andrés, hier auf der TF 11 über Santa Cruz zur TF 1.

2 Kommentare zu „Afur – Playa de Tamadite – Taganana – Afur“

  • Herta Hillebrecht:

    Hallo Irmgard, tolle leistung, habe beim lesen mit geschwitzt und gestöhnt. Hut ab!Mach weiter so.Gruss herta.

  • Wie immer, wieder mal eine wunderschöne Tour. Ich bin halt etwas zu Faul
    um so weit zu fahren. Die Beschreibung ist einfach SUPER, auch die Fotos.

    Gruß
    Franz

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