Barranco Achacay – Lomo blanco

Wir wollten gerne wieder auf dem „Camino Real“ weiter die Insel erkunden und setzten die Wanderung der vergangenen Woche fort. Leider verpasssten wir den eigentlichen Weg, jedoch der Barranco Achacay lohnte sich ebenfalls zu erwandern.

Auf einer Hinweistafel. „Barranco Achacay“ lasen wir die ausführliche Beschreibung: „Schlucht mit sehr steilem Gefälle; ihr zentraler Verlauf ist reich an Vegetation mit seltenen einheimischen Gewächsen der Übergangsvegetation und Resten unzugänglicher Sabinawälder. Im weiteren Verlauf besitzt sie unterschiedliche Namen wie „Pedro Diaz“ oder „Redondo“. Mündet in den Strand von La Restinga.“

Wander-Wegstrecke: 2 Stunden
WanderstreckeWenige Schritte unterhalb des Parkplatzes beginnt links unsere Wanderung und ist verheißungsvoll gekennzeichnet: „Camino Real – Barranco de Achacay – Avenida Bayón“.
Unbefestigter Weg Die asphaltierte Straße geht schon bald in einen unbefestigten Weg über, der dann in einen Pfad einmündet, der entlang des Barrancos mit wunderbaren Basaltsäulen verläuft.
Ein kurzer Aufstieg bringt uns an den Gebäuden einer ehemaligen Galerie vorbei, wir überschreiten die Gleise und weiter geht es links bergan.
Hier frohlocken wir: Wieder eine Hinweistafel. „Barranco Achacay“ und eine ausführliche Beschreibung: „Schlucht mit sehr steilem Gefälle; ihr zentraler Verlauf ist reich an Vegetation mit seltenen einheimischen Gewächsen der Übergangsvegetation und Resten unzugänglicher Sabinawälder. Im weiteren Verlauf besitzt sie unterschiedliche Namen wie „Pedro Diaz“ oder „Redondo“. Mündet in den Strand von La Restinga.“
Wir gehen also nach rechts bergab, an zwei leeren Wasserbassins vorbei und bei einer Gabelung gehen wir weiter bergab. Der links abzweigende Weg bei der FelderGabelung führt lediglich zu bewirtschafteten Terrassenfeldern, gewährt aber auch einen tollen Blick in den nächsten Barranco.Lomo blanco
Auf festem, hellem Bimsstein (deshalb heißt der Höhenrücken Lomo blanco), auf dem es sich sehr gut gehen läßt, wandern wir unverdrossen bergab, vorbei an einer in den Bimsstein gehauenen Wasserleitung, mit Blick auf die unzähligen Terrassenfelder und können nur ehrfurchtsvoll den Fleiß und dieVor uns die Küste Arbeit der Bevölkerung bestaunen. Vor uns haben wir die Küste und das Meer und rechts und links eindrucksvolle Barrancos. Wir kommen an weiteren leeren, zum Teil riesigen Wasserbecken vorbei.
Nach einer Stunde problemlosen Bergabwanderns entscheiden wir, es ist genug und wir machen uns an den Rückweg. Offensichtlich haben wir durch Schauen und Fotografieren doch gebummelt, denn überraschenderweise sind wir bereits nach 45 Minuten wieder an dem anfangs erwähnten Schild.

Da es unser Wunsch ist, den „Camino Real“, den königlichen Weg, weiter Richtung Güimar fortzusetzten, erkunden wir heute schon einmal den Einstieg, den wir bei unserer nächsten Wanderung gehen wollen. Erstaunlicherweise stoßen wir – nach Befragung von Einheimischen – links oberhalb des Hinweisschildes „Barranco Achacay“ mit den ausführlichen Erläuterungen auf entsprechende Hinweise.
Also: Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung unserer Tour.

Botanik:
Auf unseren Wanderungen sind viele Pflanzen unsere Wegbegleiter. Habe ich bisher versucht, die Vielzahl aufzuzählen (was mit der Zeit langweilig wird), so will ich in Zukunft versuchen, jeweils eine Pflanze, die in der jeweiligen Region besonders ins Auge springt oder hier besonders stark vertreten ist, etwas näher zu beschreiben. Diverse Pflanzenbestimmungsbücher stehen mir da zur Seite.
Heute fällt die Wahl auf die rotbraune Leuchterblumen (Ceropegia fusca Bolle) zum Teil auch „Fensterpflanzen“ genannt, die Spanier nennen sie „Cardoncillo, mataperro“.
Leuchterblume So viele Leuchterblumen haben wir sonst noch an keiner Stelle angetroffen.
Die Pflanze ist auf Teneriffa und Gran Canaria endemisch, gehört zu den Seidenpflanzengewächsen und gedeiht in trocken-heissen Gebieten. Auf Teneriffa gedeiht sie von Meereshöhe bis in die Übergangsbereich zu den Wäldern, vor allem im Norden und Westen.

Die sukkulente Pflanze hat fleischige, zylindrische, gegliederten Stämmchen zunächst aufrecht, später unregelmäßig verzweigt, auch niederliegend und wurzelnd, braungrün bis grauweiß und weiß, mit wachsartigem Überzug, 8 – 15 mm dick. Die rotbraunen, als „Gleitfallenblumen“ ausgebildeten Blüten (Blütezeit Februar bis Mai) haben eine „leuchterähnliche“ Krone. Die Röhre ist im unteren Drittel aufgeblasen, oben deutlich trichterförmig erweitert und mit 5 an der Spitze verbundenen, Fenster freilassenden, Zipfeln. Den durch den Aasgeruch angelockten Fliegen gewährt sie Zutritt und erst nach der Bestäubung können diese wieder aus der Blüte heraus.

Der Saft wird äusserlich zum Heilen von Wunden gebraucht, innerlich eingenommen wirkt er giftig.

Es gibt auch noch die gablig verzweigte Leuchterblume, Ceropegia dichotoma Haw, von den Spanieren „Sayón, cardoncillo, mataperro“ genannt, die der vorherbeschriebenen ähnlich ist, jedoch grünlichgraue Triebe und gelbliche Blüten hat.

Restaurant:
Da wir in der vergangenen Woche mit dem Restaurant „Bodegón Castro“ sehr zufrieden waren, kehren wir auch heute wieder hier ein und werden nicht enttäuscht.
Restaurant Bodegón Castro, El Escobonal,
Telefon: 629 62 89 75, Montag ist Ruhetag

Anfahrt:
StraßenkarteVon Los Cristianos kommend fahren wir auf der Autobahn TF-1 Richtung Santa Cruz bis zur Ausfahrt El Tabalado – El Escobonal und wechseln auf die TF-617 Richtung El Escobonal. Im Ort fahren wir hoch bis zur Bodegón Castro, dem Restaurant, das wir von der Wanderung „Barranco Herques“ schon kennen und parken auf dem kleinen Platz links der Straße.

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