Oktober 2019
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El Médano Montaña Roja

Sie haben es in der Hand, ob Sie aus dieser Tour einen Spaziergang oder eine Wanderung machen. Auf alle Fälle bewegen Sie sich in einem ökologisch wertvollen Gebiet, das auch nach dem kanarischen Naturraumgesetz die Einstufung „Reserva Natural Especial“ – spezielles Naturreservat trägt.

Wander-Wegstrecke: Kann je nach Lust und Laune auf 3 Stunden ausgedehnt werden

Wir beginnen unsere Tour bei der Promenade von El Médano. Schlendern zuerst an den diversen Bars und Restaurants und Geschäftchen vorbei bis die befestigte Promenade endet. Von da aus bewegen wir uns über Sand, am besten auf dem nassen.
Bei Wind bietet sich uns hier schon ein buntes Schauspiel: Es ist eine sehr beliebte Windsurferbucht.
Diverse kleine Bunker sind Zeugen des letzten Krieges.
Wir bewegen uns weiter, bis vor uns grüne Büsche auftauchen. Zwischen diesen gehen wir durch und gelangen an eine Lagune. Sie befindet sich nur wenige Meter vom Strand entfernt und ist für die Vogelwelt des Gebiets von großer Bedeutung. Hat man Glück – wir leider nicht – kann man hier diverse Vögel beobachten.
Die Dünen Hoya de los Balos, in denen wir uns hier bewegen, beherbergen “eine für die Insel einzigartige Pflanzenwelt auf sandigem Boden“. (so der Reiseführer)
Wir wenden uns wieder dem Meer zu und steigen sanft auf, bis wir auf das Hinweisschild „Montaña Roja“ stoßen.
Wer will, kann hier bereits den Aufstieg auf den „Gipfel“ der Montaña Roja beginnen (173m).

Wir wollen die Tour etwas ausdehnen, folgen dem Hinweisschild „Montaña Bocinegro“ und spazieren links weiter.
Sehr bald kommen wir wieder an einen Bunker und eine Tafel klärt uns über dessen Bedeutung auf. Etwas oberhalb macht uns eine weitere Tafel „schlau“, was es mit den Farben in dieser Gegend auf sich hat. Hier haben wir bereits „Montaña Bocinegro“ erreicht. Wir steigen weiter sanft auf und da wir sehr viel Zeit haben, folgen wir Trampelpfaden, welche die ganze Gegend hier durchziehen. Uns reizt der nähere Ausblick auf eine kleine Bimsstein-Mondlandschaft. Gehen bis dorthin, haben einen tollen Blick in die tosende Brandung und müssen dann aber feststellen, dass es hier nicht weiter geht.
Also zurück und ein kleiner Aufstieg Richtung „Gipfel“ . Dabei treffen wir wieder auf den gut markierten Wanderweg – Lavasteine links und rechts grenzen ihn ab.
Hier entscheiden einige Mitwanderinnen, für heute reicht es und sie spazieren wieder bergab, Richtung Promenade.
Andere wollen das große Gipfelerlebnis nicht vermissen und steigen auf. Zugegeben, es ist etwas steil, aber wir sind in 20 Minuten oben. Zwar sind wir windumbraust dafür bietet sich uns aber ein herrlicher Rundblick.
Unter uns sehen wir Richtung Westen auf den langen Sandstrand von La Tejita, dahinter auf den Conde, drehen wir uns im Uhrzeiger weiter, haben wir den Blick auf das Bergmassiv oben in den Cañadas mit dem alles überragenden Teide. Schwenkt der Blick nach Osten können wir linkerhand der Pelada die graue Fläche der großen Photovotaik-Anlage und rechts davon den Windpark ausmachen.
Der Ort El Médano mit seinem Strand und der Lagune liegt zu unseren Füßen. Und das Gewirr der Trampelpfade ist gut auszumachen .
Der Abstieg ist etwas schwierig, denn er ist steil und durch das feine Lavageröll rutschig. Also Vorsicht – Stöcke sind überaus hilfreich. Wir wollen nunmehr die Wanderung, die es inzwischen doch geworden ist, nicht mehr ausdehnen und lassen so die rechts und links abgehenden Pfade außer Acht. Beim nächsten Hinweisschild „Montaña Roja“ folgen wir weiter bergab dem mit kurzen Holzpfählen markierten Weg und gelangen nach 40 Minuten wieder an unseren Ausgangspunkt bei der Promenade und unsere Wandergruppe ist wieder vereint.

Besonderheit:
Wie bereits oben erwähnt, befinden man sich in einem ökolgisch besonderswertvollen Gebiet.

Dies gilt speziell für die Vogelwelt.
In einer Studie über die Vogelwelt von El Médano von J.A. Lorenzo und J. González wurden 109 Arten gezählt, wovon 39 in der Gegend nisten. 18 Arten davon werden im Roten Buch der Wirbeltiere der Kanarischen Inseln als vom Aussterben bedrohte Spezies aufgeführt. Die restlichen 79 Vogelarten sind Zugvögel aus Nordeuropa, die hauptsächlich im Frühling und Herbst „zwischenlanden“.

Jedoch auch die Pflanzenwelt ist von hohem Interesse.
Die Dünenlandschaft Hoya de los Balos beherbergt typische Pflanzenarten dieser sandigen Bodenart. Die herausragendsten sind Desfontaines Jochblatt „Uvilla de mar“ (diese Pflanze wurde bei der Wanderbeschreibung Pelada detailliert beschrieben), die Strandwolfsmilch „Lecheruela euphorbia paralias“ und die Seidenhaaarige Schizogyne „Salado Schizogyne sericea“

Restaurant:
Restaurante Astillero Avencio, Paseo de Picacho (neben dem traditionellen Treffplatz der Dorfbewohner mit der hölzernen Skulptur)
Telefon: 922 17 82 20, Sonntag Abend und Montags geschlossen
Sehr gutes Essen, angemessener Preis, guter Service, sehr schönes Ambiente, unmittelbarer Blick aufs Meer. Wirklich empfehlenswert. Es schmeckte alles allen!

Anfahrt:
Auf der Autobahn TF-1 – aus Los Cristianos kommend – nehmen wir die Ausfahrt „El Médano – Granadilla – San Isidro“, fahren auf der TF-614 Richtung El Médano bis zum Ortsanfgang. Dort biegen wir rechts in die Calle Tenerife ab und fahren Hang abwärts zum Parkplatz. Von dort gehen wir geradeaus zur Playa.

1 Kommentar zu „El Médano Montaña Roja“

  • DIETER MOESGAARD:

    buenos dias eheleute Roth,

    im namen und verantwortung von herrn Günter Schulz, soll ich ihnen nachstehenden text weiterleiten.

    Günter Schulz 38660 San Eugenio, im Jan 2011
    Tel.: 922 714 570

    Sehr geehrte Frau Irmgard Roth,
    sehr geehrter Herr Manfred Roth,

    ich möchte mich auf diesen wege herzlich für ihre wanderberichte bzw wandervorschläge in der Mega-Welle bedanken.

    Sicher darf ich auch weiterhin hoffen ihre guten und informativen berichte in zukunft lesen zu können.

    Ein ganz großes lob muß ich ihnen auch für ihre berichte „die anfänge des tourismus“ sagen. Gut verständlich und sehr interessant! Vielen dank.

    Ich darf auch hier auf weitere Folgen hoffen.

    Sie haben sicherlich viele recherchen anstellen müssen. Deshalb erlaube ich mir sie zu fragen ob sie feststellen konnten, wann die ersten stollen und wassergalerien gebaut bzw die stollen „bergmännisch“ errichtet wurden (wann und wo)? Ein gesamtbericht über die geschichte des wassers (stollen, leitungen, consorcium, entsalzung usw. usw.) wäre für mich sehr interessant. Ich hoffe und wünsche mir von ihnen ggfl davon zu hören. Der zeitpunkt des beginns wäre für mich schon wichtig und interessant.
    Für ihre mühe besten dank und herzliche grüße
    Günter Schulz

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