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La Fortaleza auf La Gomera
Nein! Wir haben noch nicht alle Wandermöglichkeiten auf Teneriffa ausgeschöpft.
Jedoch: Steffi von teneriffa-kreaktiv – unter ihrer Regie hatten wir die Teidebesteigung gemacht – fragte uns, ob wir mit einer kleinen Wandergruppe, die jedes Jahr ihre Wanderwochen mit ihr macht, La Fortaleza auf La Gomera besteigen wollen.
Wir wollten!
Vorweg: Es hat sich gelohnt! Dies ist zwar keine gewaltige Berg-Tour, aber, olala, sie hat es in sich.
Nun aber der Reihe nach:
Steffi holte uns um 7.20 Uhr wieder quasi vor der Haustüre ab und
brachte uns ohne Umwege zum Hafen. Um 9 Uhr legte das Fährschiff von Armas ab. Die Überfahrt war ruhig und um 10 Uhr legte die Volcan de Taburiente im Hafen der Hauptstadt von La Gomera, San Sebastian, an. Um 10.10 Uhr saßen wir 13 Teilnehmer bereits in einem kleinen, bequemen Bus, der uns, von José gesteuert, sicher und gut den ganzen Tag über transportierte.
Schnell waren wir aus dem Hafengewühl heraus und die Fahrt bis zu unserem heutigen ersten Stopp konnte beginnen. Die Fahrtzeit nutzte Steffi, um uns über die Insel La Gomera „schlau“ zu machen – über Geschichte, Bevölkerung, Geologie. Dies möchte ich im Schnellverfahren wiedergeben.
Der erste Teil war fast ein bisschen wie Stadtbesichtigung:
In San Sebastian, 6 000 Einwohner, passieren wir die Kirche Iglesia de
La Asunción, dann das älteste Bauwerk, den
15 Meter hohen, dreigeschossigen Wehrturm Torre del Conde, den Hernán Peraza, ein grausamer, sklaventreibender Kolonialherrscher, um 1450 zum eigenen Schutz gegen aufständische Ureinwohner erbauen ließ. Steffi erläuterte weiter: Die Eroberung von La Gomera erfolgte ca. 50 Jahre vor der von Teneriffa, also um 1445. Da Teneriffa unter der spanischen Krone erobert wurde, wurde das Land der Insel La Gomera, quasi als Kolonie, an Lehnsherren aufgeteilt.
La Gomera ist auch die Kolumbusinsel, weil Kolumbus hier dreimal auf seinen Reisen in die Neue Welt, Amerika, Station machte. Es werden immer zwei Gründe genannt, warum Kolumbus hier auf der Insel angehalten hat.
Der erste:
Er soll hier eine Geliebte gehabt haben, Doña Beatriz de Bobadilla, die Witwe des Grafen Hérnan Peraza, die er bereits vom spanischen Hof her kannte.
Der zweite:
Es war ein Glücksfall für die Spanier, dass praktisch in dieselbe Zeit der Eroberung der kanarischen Inseln auch die Entdeckung Amerikas fiel, denn so konnte hier gut ein Zwischenstopp eingelegt werden.
Kolumbus konnte hier vor seiner Reise über den Atlantik noch einmal Frischwasser und Vorräte an Bord nehmen Es gibt heute noch den Brunnen La Aguada im alten Zollhaus, aus dem Kolumbus Wasserreserven für die Überfahrt, und das Wasser zur Taufe Amerikas geschöpft haben soll.
Unabhängig davon war es auf den anderen Inseln zu gefährlich anzulegen, da dort noch Vulkane aktiv waren. Um 1450 soll der Ausbruch eines Vulkans unterhalb des Teide auf Teneriffa – historisch jedoch nicht belegte – stattgefunden haben.
Inzwischen waren wir aus der Hauptstadt heraus und schraubten uns im dichten Nebel aufwärts.
Schade! Keine Sicht, jedoch langweilig wurde es nicht, da Steffi sich nun der Geologie und der Bevölkerung widmete:
La Gomera formte sich bereits vor über 20 Millionen Jahren aus dem Meer heraus. Eine ganze Ecke älter als Teneriffa, das zwischen 7 und 10 Millionen Jahren alt ist.
Es ist die grünste aller Kanareninseln, mit einer Fläche von 373 Quadratkilomter (Teneriffa 2034).
Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs und waren nie miteinander verbunden. Das Klima auf La Gomera ist sehr abwechslungsreich, es weist auf engstem Raum alle Klimazonen, alle Wetter und alle möglichen Pflanzen auf. Auf der Süd-Ostseite, auf der wir uns jetzt befanden, ist die Trockenzone. Ab einer Höhe zwischen 600 und 1.500 Metern – der Monteverde Region, vergleichbar mit dem Anagagebirge auf Teneriffa sorgen die Passatwolken und die winterlichen Regenfälle für ausreichend Feuchtigkeit und bilden den Ausgleich.
Ca. 2000 Pflanzenarten mit einem hohen Anteil an endemischen Pflanzen treffen wir auf den Kanaren an. Aufgrund der Reliefs und Höhenlagen sowie der Abgeschiedenheit konnte sich eine hohe Artenvielfalt entwickeln.
Im Halophilen Gürtel, der Sprühzone an den Steilfelsen, wachsen bevorzugt Zwergsträucher mit geringer Bodendeckung. In niedrigeren Gebieten herrschen die Sukkulentengewächse vor.
Auf mittlerer Höhe wachsen Busch- und Wachholderwälder. In den Hochlagen befindet sich der Lorbeerwald, von den Einheimischen Bosque del Cedro genannt. Auch treffen wir die Baumheidewälder an, mit Exemplaren von bis 15 Meter Höhe.
Vom Lorbeerwald gibt es einen fließenden Übergang in die Faya-Brezal-Formation.
Darunter werden Vegetationsformen zusammengefasst, die von Menschen durch Rodung verändert wurden. Hauptsächlich wächst hier die Baumheide und der Gagelstrauch, der bis zu 20 Meter hoch werden kann. Wie wir von Cristobal wissen, dem Botaniker von Teneriffa, wird aus diesem Holz z.B. der Stab gemacht, der für das Barrancospringen gebraucht wird.
Die Aufforstung dieser Zone, z.B. mit der kurznadeligen Kiefer, die nicht tief wurzelt, erweist sich heute als große Fehler. Der Brombeere, dem Eukalyptusbaum und dem indischen Wollgras ist der Kampf angesagt, damit die wertvollen heimischen, zum Teil endemischen Arten, nicht verdrängt werden.
Es verwundert nicht, dass dieses einmalige Gebiet, welches etwa ein Drittel der Insel umfasst, 1981 zum Nationalpark Garajonay , mit der höchsten, zentral gelegenen Erhebung, dem Garajonay 1487 Meter, erklärt wurde. 1986 wurde der Nationalpark von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt.
Auf Teneriffa wurde 2007 der Teide zum Naturdenkmal deklariert.
Die Kanaren können sich insgesamt 4 Nationalparks rühmen:
Teide-Nationalpark auf Teneriffa,
Timanfaya-Nationalpark auf Lanzarote,
Nationalpark de la Caldera de Taburiente auf La Palma und
Garajonay-Nationalpark auf La Gomera.
Da wir uns ja im Nationalpark Garajonay befanden, bot sich an, dass Steffi auch die Legende von dem gomerischen, unglücklichen Liebespaar Gara und Jonay, dem Gegenpaar von Romeo und Julia erzählte:
„Gara, eine Tochter aus einem gomerischen Adelshaus und Jonay, ein Hirtenjunge aus Teneriffa (kam er geschwommen?), liebten sich unsterblich. Da ihre Familien gegen diese Verbindung waren stürzten sie sich gemeinsam vom höchsten Berg Gomeras um wenigstens im Tod vereint zu sein. Ihnen zu Ehren erhielt der Berg den Namen Garajonay?!?
Zurück zu den Fakten:
Die früher mit Fleiß angelegten Terrassen zum Anbau für das Nötigste zum Überleben, liegen heute brach und werden von den Opuntien, Wolfsmilchgewächsen etc. zurückerobert, da die große Landflucht eingesetzt hat.
Die erste Welle erfolgte in den 50er und 60er Jahren nach Venezuela und Kuba. Nicht umsonst nennt man Venezuela die 8. kanarische Insel. Nach dem spanischen Bürgerkrieg lag die Wirtschaft total am Boden und die Bevölkerung wusste nicht mehr wovon sie ihre Familien ernähren sollte.
Die zweite Welle kam mit dem Tourismus in den 70er Jahren. Da bot Teneriffa Arbeitsplätze und wurde zum Fluchtpunkt. Die Einwohnerzahlen von La Gomera sprechen für sich: waren es früher 28.000 Einwohner, so sind es heute noch gut 22.000 (1.1.2009).
Und trotzdem, die Bevölkerung wusste sich zu helfen.
Auffallend auf der Insel ist, dass fast jedes Tal mit Palmen besiedelt ist.
So gedeihen hier auf La Gomera um die 100 000 Palmen. (Die Insel La Palma hat diesen Namen eigentlich nicht verdient, denn dort wachsen wesentlich weniger.)
Die Gomerer, wohl ein Berberstamm aus Afrika – nicht Guanchen, das ist in der Landessprache: Mann von Teneriffa – wussten sich dieser Pflanze zu bedienen:
So wurde – und wird – der Stamm angezapft und der austretende Saft wird zu Sirup gekocht, bekannt als „Palmhonig“. Aus den Wurzeln wurden Stricke und Sandalen gefertigt. Die Blätter dienten und dienen als Besen und aus ihnen wurden Taschen und Matten gefertigt.
Die Datteln werden an Schafen und Ziegen verfüttert.
Zudem waren die Ureinwohner äußerst pfiffig, im wahrsten Sinne des Wortes:
Durch die vielen Schluchten und Täler war eine gute Kommunikation äußerst schwierig. Und so lässt sich erklären, dass sie die Pfeifsprache el silbo entwickelten. Auch sie wurde unter den Schutz der UNESCO als Kulturerbe gestellt und wird heute wieder in den Schulen gelehrt.
Steffi führte weiter aus:
“Die guten Straßen, die wir befahren und die Tunnel, die wir noch durchfahren werden, haben wir den EU-Geldern zu verdanken nachdem Spanien der EU beigetreten ist. La Gomera lebt heute vom Tagestourismus. Der angelegte Flughafen jedoch ist ein Flop.”
An den angedachten Stopps mit Ausblicken mussten wir vorbeifahren, denn die Wolkenwand war so dicht, dass es keinen Sinn machen würde, zu halten.
Also wurden wir weiter informiert:
Wir werden noch häufig diese für die Insel typischen Felsformationen zu
sehen bekommen: Los Roques. Dies sind die Überreste von Vulkanschloten die durch Wind und Regen von ihren äußeren Hüllen befreit wurden und sich uns nun in ihrer heutigen Form präsentieren.
Seit 2 Millionen Jahren finden hier auf La Gomera keine vulkanischen Eruptionen statt, nur noch Erosionen.
Da wir gerade bei den Gesteinen waren, klärte sie uns auf, dass der rötliche Tuffstein und der schwarze Basalt früher auch von den Eroberern für den Hausbau Verwendung fand. Die Säulen in den Patios der Häuser waren aus dem roten, sandigen Tuffstein, auch aus dem Kernholz der Kiefer. Die Fassaden der Häuser bestanden aus dem schwarzen Basalt.
Der Carrera-Marmor aus Italien wurde erst viel später eingeführt.
Inzwischen war es kurz vor 11:00 Uhr und wir legten den ersten Stopp am Besucherzentrum La Laguna Grande ein. Nur ein kurzer Spaziergang führt uns von der Straße durch einen regelrechten
Märchenwald bis zum Informationszentrum.
Die Lorbeerbäume sind ummantelt von Moosen, Flechten hängen von knorrigen Ästen herab, große Farne begeistern. Da war man direkt traurig als man an der ehemaligen
Lagune ankam, heute eine flache Wald- und Wiesensenke mit Kinderspielplätzen.
Im Besucherzentrum erklärte uns Steffi noch so einige Besonderheiten, wie z.B. die Lorbeertaube und dass die Flechten ein Indiz für hohe Luftfeuchtigkeit und saubere Luft sind.
Nach diesem kurzen Stopp ging es nun endgültig nach Chipude (1080 m) zum Anstieg für unsere Bergtour.

Tafelberg: La Fortaleza 1243 Meter
Gehzeit: 1 Stunde
Klingt wenig und ist auch wenig, aber, wie eingangs bereits erwähnt: olala!
Im Örtchen gingen wir erst mal auf einem gepflasterten Weg 5 Minuten
bergan. Erstes Hindernis: Durch den starken Regen in den letzten Tagen hatte sich eines der kleinen Mäuerchen verselbständigt und wurde zu einer natürlichen Straßensperre. Die stellte jedoch kein großes Hindernis dar.
Nach den 5 Minuten erreichten wir die unterwegs immer wieder auftauchende Markierung: weiß rote Striche und die Hinweistafel: Fortaleza 30 Minuten
Wenn ich nach oben schaute, konnte ich es nicht glauben, denn das
Felsmassiv sieht gewaltig aus. Bis zu diesem Felssims ließ es sich gut gehen, wenn auch ziemlich steil.

Zwischendurch musste ich immer wieder Fotos machen: Die Einblicke in die Schluchten und Täler, faszinierend, grandios.
Ach, ich vergaß zu erwähnen: Wir sind ja Glückskinder, die Nebel und feuchten Wolken hatten sich verzogen und die Sonne kam sogar durch.

Dann begannen die Felsen. Erste Überraschung: Nach ganz kurzer Zeit stiegen 2 Teilnehmer und eine Teilnehmerin aus. Kommentar: „zu gruselig“.
Und tatsächlich, auch wenn es oft bei Wanderbeschreibungen heißt: „Schwindelfreiheit erforderlich“, dann verdienten alle unsere bisherigen Wanderungen diese Bezeichnung nicht.
Steffi gab Sicherheitshinweise:
Stöcke zurücklassen, die werden nicht gebraucht, dagegen die Hände, um sich an den Felsen festzuhalten und abzusichern.
Stets mit den Rucksack zur der felsabgewandten Seite gehen, damit dieser einen nicht durch Zufall in den
Abgrund katapultiert.
An den besonders kritischen Stellen Hilfestellung geben, und sei es nur psychologisch.
Kleine Schritte.
Na dann man los!
12 Uhr war es inzwischen und kaum zu glauben, um 12.15 Uhr waren wir auf der Hochfläche des Tafelberges. Jedoch diese 15 Minuten erforderten von jedem höchste Konzentration,
Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.
1243 Meter waren wir nun hoch und hatten einen grandiosen Rundumblick zur Küste, in die Barrancos, auf die kleinen Dörfer.
La Fortaleza entstand aus dem zähflüssigen Magma eines Vulkans, das nicht bis zur Oberfläche durchdrang und sich unterirdisch zu einer so genannten Quellkuppe staute.
Die Verwitterung der weicheren Seitenschichten lässt ihn nun wie eine Festung erscheinen, wie sein Name bereits sagt.
Er war zudem der Heilige Berg der Gomeros und es gibt eine Sage dazu:
„Danach haben sich die letzten Ureinwohner während der spanischen Eroberung hier verschanzt. Von hier konnten sie den einzigen Zugang auf die Hochebene gut überwachen. Auf dem kargen Plateau waren sie allerdings auch zum Verhungern verurteilt. Um sich nicht den Eroberern ergeben zu müssen, wählten sie den Weg in den Tod. Sie knoteten sich an den Haaren zusammen und sprangen gemeinsam in den Abgrund.“
Zur Zeit der Zistrose muss es hier oben paradiesisch sein. Wir wanderten die wenigen Meter an diversen größeren aufgeschichteten Steinbergen vorbei zum Gipfelkreuz.
Natürlich Gruppenfoto beim Gipfelkreuz und ein Lob und Hoch auf den Mitwanderer Volker: Er hat an die Tradition gedacht und einen Gipfelschnaps mitgebracht. Auch wenn es für Jede und Jeden nur ein Fingerhut voll ist, es gilt hier ja das „Drandenken“.
Der Abstieg war identisch wie der Aufstieg. Also wieder Vorsicht
walten lassen und bald waren wir bei den Zurückgebliebenen. Sammelten die Stöcke wieder ein und leichten, frohen Herzens ging es ins Dorf hinab – ohne das Hindernis der eingestürzten Mauer überwinden zu müssen, da man bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen hatte -. Wir hatten von oben schon gesehen, dass der Bus mit den beiden Nicht-Wanderern – die ihre „Frei-Zeit“ in dem kleinen Töpferort El Cercado zugebracht hatten, auf uns wartete. In diesem Örtchen wird noch ohne Töpferscheibe – wie zur Zeit der ersten Gomeros und ebenso wie auf Teneriffa im Töpferdorf Arguayo – getöpfert.
Auf uns wartete nun ein besonderes Erlebnis: Mittagessen bei Efigenia.
Die alte Dame – vielleicht über 80? – kocht
was ihr Garten hergibt, rein vegetarisch.
In einem Aushang aus einem ADAC-Heft in ihrem Restaurant konnte ich lesen: „Gegessen wird was auf den Tisch kommt, basta!“
Nun, erst gab es Weißbrot mit selbstgemachter Almogrote, der typischen gomerischen Käsesauce, jedoch ziemlich fest. Köstlich. (wie gut: ich habe gleich 2 Gläser davon gekauft).
Dann zelebrierte und erklärte Efigenia wie man Gofio, die Speise der Eingeborenen, bestehend aus geröstetem Weizen oder auch eine
Mischung aus Weizen, Mais und Gerste von alters her isst:
Sie gab davon einen Löffel auf den Teller, goss flüssige Mojosauce darüber und dann: guten Appetit. Sie erklärte uns, wir könnten davon auch zum Salat essen, der wirklich wunderbar frisch und vielfältig, so gar mit Papaya war, auch könnten wir ihn in die dann folgende Gemüsesuppe, mehr frisches Gemüse als Brühe, geben.
Zur Abrundung dieses Essens gab es noch „gekochte Milch“. Eine Art Pudding mit Mandeln und natürlich den inseltypischen Palmhonig darüber.
Wir waren gut und lecker satt geworden und das alles inklusive Insel-Rotwein und Wasser für ganze 10 Euro.
Es war 15.15 Uhr. Nun hieß es für José, useren Busfahrer, im wahrsten Sinne des Wortes Gas geben, denn wir hatten noch eine große Strecke vor uns und um 16.30 Uhr sollte die Fähre abgehen.
Die Fahrt führte uns nun wieder über die gut ausgebauten Straßen vorbei an den Örtchen Las Rosas, Agulo und Hermigua ( hier verbrachten wir mal vor 20 Jahren 14 Tage Urlaub).
Die schwedischen Brüder Olsen gründeten hier in dieser Gegend eine Konservenfabrik, um den Fisch fangfrisch vor Ort verarbeiten zu können. Das eine führte zum anderen und so errichteten sie auch einen Fährverkehr und heute gehört ihnen ein Großteil der Insel La Gomera.
Nach rasanter, aber sicherer Fahrt erreichten wir 16.25 Uhr den Hafen von San Sebastian.
Stürmten auf das Schiff und dann legte es erst um 17 Uhr ab. Die Ängste waren umsonst.
18 Uhr legten wir nach einer nicht mehr ganz so ruhigen Überfahrt im Hafen von Los Cristianos an.
Nun gestaltete sich die Heimfahrt etwas zäh, da der kleine Bus von Steffi nicht alle auf einmal fasste und die erste Gruppe gleich in der Nähe ins Hotel gebracht wurde, die zweite Fahrt gestaltete sich etwas länger, da es noch bis El Paraiso ging und dann sind wir dran.
Aber, man konnte nicht meckern: 19 Uhr sind wir geschafft aber zufrieden zu Hause.
Fazit:
Ein durchaus lohnender Ausflug auf die Nachbarinsel. Durch das Wissen von Steffi und ihre Gabe, das auch lebendig darzubieten, war selbst die Autofahrt bei dichten Wolken kein Problem und nicht langweilig.
Die Krönung war jedoch die Besteigung der Fortaleza und das bei Sonnenschein. Bei Feuchte oder schlechter Sicht möchte ich die Tour nicht machen.
Wir bedanken uns bei der Wandergruppe dass wir mitgehen konnten und wer weiß, vielleicht lässt sich ja im nächsten Jahr mal wieder etwas gemeinsam unternehmen.
Volcán de Sámara
Eine beeindruckende Vulkanwanderung. Lavaflüsse, als wäre der Ausbruch erst gestern passiert. Die unterschiedlichsten Farben und Formationen . Grandios!
Wander-Wegstrecke: 2 Stunden 3o Minuten ohne Pause gerechnet
Unsere Wanderung beginnt von dem neu angelegten Parkplatz zwischen Kilometer 8 und 7 der Carretera 38. Gleich dort gibt uns eine Hinweistafel
Auskünfte. Nach ein paar Stufen Abstieg zeigt uns
die erste Informationstafel an, dass wir uns in einem „jungen“ Vulkangebiet befinden. Wenige Meter weiter wird die Wanderwegstrecke Nr. 13 beschrieben:
Nach 250 m Aufstieg gabelt sich der Pfad, die Nr. 13 weist in beide Richtungen. Will man den „Vulkangipfel“ Samara (1937 m) mitnehmen, empfiehlt es sich, jetzt links zu gehen und vom Ausgangspunkt ist man in ca. 20 Minuten am „Gipfelkreuz“, einem großen „Steinmännchen“. Schon von hier aus haben wir einen grandiosen
Rundumblick. Unter uns bauschen sich die weißen Wolken und machen das Gesehene dramatisch, dahinter erheben sich die zwei „Buckel“ der Insel La
Palma, schwenkt der Blick zurück, sehen wir rechts das wuchtige Massiv des Guajara, links den Pico Viejo und den Teide, zur Zeit ohne Schneehäubchen. Die Insel La Gomera, die man normalerweise von hier sehen kann, ist hinter den Wolken versteckt.
Nach 15 Minuten sind wir wieder an der Abzweigung „Nr. 13“ und gehen nun geradeaus auf dem Höhenrücken weiter. Erst eben, dann sanft ansteigend,
der Weg schlängelt sich dann an einigen wenigen Kiefern vorbei, dicke Büsche der blätterreichen
Drüsenfrucht blühen bereits gelb und die beigen Kugelbüsche der endemischen Kardengewächse, „Rosalito salvaje“, die deutsche Bezeichnung: Teide-Skabiose, hellen den dunklen Lavagrund auf.
Von Zeit zu Zeit weist uns das Schild „sendero Nr.13“ darauf hin, wir sind richtig. Zudem kann man den Weg nicht verfehlen, er ist gut sichtbar ausgetreten.
Zwischendurch gibt es einen etwas steileren Anstieg, links des Weges ist eine Schutzhütte aus Lavasteinen. Oben angekommen gehen wir rechts. Wieder
zeigt uns „Nr. 13“ an: ja, wir sind richtig. Nun führt uns der Pfad durch ursprüngliche Lavalandschaft.
Mal ein vereinzelter, kleiner Margaritenbusch oder ein Büschelchen Teide-Lack hellen die rote, schwarze Lavalandschaft auf. Immer vor uns den Pico Viejo und den Teide. Nochmal: Grandios
Dieser Weg ist nun identisch mit dem Weg zur Reventada, den wir schon vor geraumer Zeit beschrieben haben.
Wir begnügen uns heute wieder mit dem Rundweg ohne den Abstecher zur Reventada hoch mit dem Blick in den Krater. Bis hierher haben wir ca. 2 Stunden gebraucht. Und wie heißt es so schön? Von nun an ging’s bergab. Aber im positiven Sinn. Zwischen kahlen, mit feinem Lavasplit überzogenen
Hängen mit tollen Vulkanformationen dazwischen wandern wir in die Talsenke. Die Landschaft ist fast irrrational. So viele „Lava-Bomben“ (Magmateile, die beim Vulkanausbruch so hoch in die Luft geschossen
wurden, dass sie beim Aufschlag bereits erkaltet waren) haben wir noch bei keiner anderen Wanderung gesehen.
Wir können beobachten, dass man mit viel Mühe diversen Pflanzen Anwachshilfen gegeben hat und schnell sind wir wieder am Parkplatz.
Traumhaftes Wetter, kaum Wind, gute Sicht, fantastische, ursprüngliche Landschaft, was will man mehr!?!
Anfahrt:
Von Los Cristianos kommend auf der Autobahn TF-1 bis zum Ende der
Autobahn, beim Kreisel weiter auf der TF-82 bis Chio, hier biegen wir rechts ab auf die TF-38 Richtung El
Teide. Oberhalb der links an der Straße liegenden Restaurants ist die Fahrt ein traumhaftes Erlebnis, da zu dieser Zeit der Hornklee blüht. Zwischen den Kiefern leuchtet es herrlich sonnenhell gelb. Zwischen km 8 und km 7 ist inzwischen ein schöner Parkplatz angelegt.
Restaurant:
Las Goteras in Tejina de Guía-Isora.

Es empfiehlt sich, nach Beendigung der Wanderung, so bald man wieder in Reichweite eines Netzes ist, einen Tisch zu bestellen, denn das Las Goteras ist ein sehr beliebtes Lokal, vor allem auch bei Einheimischen.
Wer ein großer Fleischliebhaber ist, für den ist ein „Churrasco“ (ein doppeltes Entrecote) vom Holzkohlengrill mit gegrillter roter Paprika ein Hochgenuss. Jedoch auch Liebhaber von Choco kommen voll zu ihrem Genuss und ich wähle gerne das gut gewürzte „Carne encebollada“.
Guten Appetit!
Telefon 922 85 70 56 – Montag ist Ruhetag
Roque del Conde
Wer ein Glücksgefühl der besonderen Art erleben will, dem
empfehle ich den Aufstieg auf den Tafelberg Roque del Conde
Kannte ich bisher die große Fläche auf dem Berggipfel nur in weiß – blühende Affodill – so ist es diesmal ein Traum in gelb und blau – eine Rauken-Art und Bonnets Natternkopf – dazwischen die Büsche der dunkelpurpurroten Wolfsmilch.
Ist der Aufstieg auch etwas schweißtreibend, es lohnt sich!
Wander-Wegstrecke: Hin und zurück 3 ½ Stunden – ohne Pause.
Wir beginnen die Wanderung in dem Örtchen Vento in der Gemeinde Arona, folgen den Hinweisschildern „Roque del Conde“ und biegen bei Haus-Nummer 78 bei dem etwas demolierten Hinweisschild „Roque del Conde 3 km“ ab. Fast unmittelbar danach steigen wir in die kleine Schlucht „Barranco de la Arena“ hinab, um gleich wieder aufzusteigen und queren nochmals eine kleine Schlucht. Nach dem Aufstieg halten wir uns links, gekennzeichnet in grün „R.C“. Etwas weiter steigen wir in die gewaltige Schlucht des Barranco del Rey im zick-zack hinab. Ein Hinweisschild macht uns darauf aufmerksam, dass wir uns von nun ab in geschütztem Raum bewegen. Der Schluchtgrund bildet die Gemeindegrenze zwischen Arona und Adeje.
Der Weg abwärts wie aufwärts ist sehr gut ausgebaut.
Wir wandern an den Resten einer ehemaligen Finca vorbei und die zwei oberhalb liegenden Dreschplätze zeigen uns, dass hier früher der Getreideanbau eine wichtige Rolle spielte.
Zwischen Vulkansteinmauern stapfen wir unermüdlich aufwärts und gönnen
uns am Aussichtspunkt Morro de Las Vueltas eine Pause. Dort haben wir einen guten Überblick über die Küstenregion. Blicken in den Krater des Chayofita-Berges in Los Cristianos, nach links zum Guaza-Berg und rechts
auf den Hafen Cólon und sogar die Nachbarinsel La Gomera lässt sich blicken.
Von nun an ist der Aufstieg etwas schweißtreibender, denn der Pfad ist nicht so gut ausgebaut. Verlaufen kann man sich jedoch nicht. Man sollte aber schon trittsicher sein. Das Betrachten von immer wieder
anderen Pflanzengattungen gewährt dann auch Verschnaufpausen.
Immerhin gut 400 Höhenmeter wollen überwunden werden. Die Gipfelhöhe ist unterschiedlich angegeben. Sie schwankt zwischen 1001 m und 1020 m. Jedoch spielt dies im Endeffekt keine Rolle, denn hat man die letzten Schritte bis zum Gipfel gemacht, kann man nur
noch „Ahhhh“ sagen. Gelb-Blau bietet sich uns die Fläche. Wir stapfen noch
bis zur Kante an der Nordseite – mitten durch die Farbenpracht. Das Wetter meint es gut mit uns, es reißt auf und wir haben einen grandiosen Blick auf den Roque Imoque, die Schluchten unter uns und rund um uns.
Nach einer kleinen Pause gehen wir im Uhrzeigersinn am Rande des Gipfelplateaus zum Abstieg zurück. Den Einstieg in den Abstieg zeigt uns ein grüner Pfeil an.
Die Pause haben wir auch genutzt, um einen anderen Abstieg auszukundschaften. Wir müssen jedoch erkennen, auch wenn wir grüne Punkte unter uns ausmachen, es ist zu riskant.
Wir haben diesmal eine Biologie-Lehrerin in unserer Wandergruppe und sie kommt aus dem Fotografieren nicht heraus. Immer wieder entdeckt sie Besonderheiten der Pflanzenwelt und wir profitieren von ihrem reichen Wissen.
In gut 1 ½ Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt und wir sind uns einig:
Es war eine wunderschöne Tour!
Besonderheiten:
Geologisch gehört der Roque del Conde zum Adeje-Massiv und gehört so zusammen mit dem Anaga- und Teno-Gebirge zu den ältesten geologischen Formationen von Teneriffa. Sie sind bei der eruptiven Phase vor ungefähr sieben Millionen Jahren entstanden.
Der Roque del Conde oder auch „Roque de Ichasagua“ genannt, erhielt seinen Namen in Erinnerung an den Guanchen-Führer Ichasagua, der noch viele Jahre nach der Besetzung von Teneriffa im Jahre 1496 Widerstand gegen die spanischen Eroberer leistete.
Restaurant:
Meson Era Las Mozas in Valle San Lorenzo in der Calle La Cabezada Nr. 26
Telefon 922 76 55 97. Montag Ruhetag.
Hier gibt es die unübertroffen guten Rippchen – “Costillas”. Es empfiehlt sich, eine Portion für zwei. Preis 14.50 Euro
Anfahrt:
Aus Richtung Los Cristianos kommend fährt man auf der TF28 Richtung
Nationalpark El Teide und wechselt in La Camella beim ersten Kreisverkehr – wieder Richtung Teide – auf die TF51. In Arona macht die TF51 einen Linksknick Richtung Teide. Nach wenigen 100 Meter weist ein Schild nach links zum Roque del Conde. Diesen Hinweis folgt man in den Ortsteil Vento. Am Ende der Straße stößt man auf einen Kreisverkehr. Der Einstieg zur Wanderung ist links vom Kreisel – bessere Parkmöglichkeiten findet man rechts vom Kreisel.
Monte de los Frailes
Wem es beim Wandern nur um das Wandern und nicht um das Ziel geht, für den ist diese Tour richtig. Man bewegt sich in einer beeindruckenden Landschaft und der Blütenreichtum ist in dieser Zeit unüberbietbar.
Wander-Wegstrecke: Beliebig
Wir fahren oberhalb von Arafo nach dem Kilometer 5 von der TF 523 links
ab und folgen dem hinfälligen Holzhinweisschild zur “Zona Recreativa Monte de los Frailes”.
Wir fahren die Strecke bis zum Grillplatz. Jedoch, wer viel gehen will und die Felsformationen eines Barrancos in Ruhe betrachten will, der sollte vielleicht – auch wenn es asphaltiert ist – von Anfang an gehen, damit wird die Wanderwegstrecke natürlich wesentlich länger.
Da es für uns unbekanntes Gebiet ist, sind wir bis zum Grillplatz durchgefahren und begannen erst hier unsere Wanderung.

Wir parken vor dem Kapellchen und gehen rechts durch
den Grillplatz hoch. Nach ca. 10 Minuten erreichen wir eine Stelle, an der ein Weg abzweigt. Wir nehmen den linken, unteren und spazieren an einer Galerie vorbei sanft ansteigend bis wir nach ca. 1 Stunde am Ende dieses Weges angekommen sind. Er führt
zu einer Wasserleitung und zu einem regelrechten Aussichtspunkt zur Küste
und auf das Bergmassiv von Güimar.
Auf dem Rückweg biegen wir zunächst in einen links abzweigenden Weg ab,
wunderschön mit rosa Zistrosen gesäumt. Leider endet er jedoch nach kurzer Zeit im Dickicht.
Also zurück und als wir wieder auf den „Hauptweg“ treffen, erregen zwei Steinmännchen unsere Aufmerksamkeit. Sie stehen auf einer kleinen
Anhöhe und nach wenigen Schritten hinauf sind wir so neugierig, dass wir den stetig angebrachten Steinmännchen folgen. Ohne diese wäre der Weg auf dem mit Kiefernnadeln gepolsterten Weg nicht auszumachen. Keine Ahnung wohin uns der steile Pfad führt. Immer weiter diritissima, sehr fulminante, also steil, hinauf. Nach jeder kleinen Biegung
denkt man, nun hat man aber einen Ausblick. Allmählich wird der Kiefernwald etwas lichter und wir haben keinen Schimmer wohin uns der Weg führt. Oberhalb sehen wir eine Mauer aus Vulkansteinen und haben die Hoffnung, von hier den weiteren Verlauf des Pfades ausmachen zu können. Keine Spur. Gut 30 Minuten sind wir hinauf gehetzt, da die anderen Wanderer zurückgeblieben sind, wir geben auf.
Wenn Jemand die Tour machen will und genug Ausdauer, Kondition und Zeit mitbringt, wären wir sehr dankbar, wenn dieser Jemand uns mitteilen würde, wohin der Weg führt. Eventuell zur Straße durch den Esparanza-Wald?
Aber ohne diesen „Ausreisser“ ist es eine bequeme, wunderschöne Tour. Zur Zeit blühen die weißen Margariten, die rosa Zistrosen, der blaue Bonnets Natternkopf wiesenweise.
Es duftet nach Harz, denn vom Medio Ambiente wurde der Weg k
ürzlich (heute ?) freigeschnitten. Kiefern, Baum-Heide, Lorbeer gedeihen hier.
Der schön angelegte und sehr gepflegte Grillplatz lädt zum Grillen ein.
Allerdings: Holz oder Holzkohle mitbringen, der Wald ist gefegt!
Anfahrt: Von der Südautobahn TF1 kommend auf der TF281 Richtung La
Hidalga / Arafo. Weiter auf der TF245 Richtung Arafo / Teide. In Arafo immer Richtung Teide haltend auf die TF 523 und hinter km 5 links ab Richtung Zona Recreativa “Monte de los Frailes. Dort gibt es Parkmöglichkeiten
Camino Carrasco (Teilstück)
Ifonche – Richtung Adeje – Ifonche
Jetzt, im März, bewahrheitet sich der Ausspruch einer Freundin:
„Wir gehen heute den Blumenweg“.
Wenn man keine Höhenangst hat, ist es ein wunderbar zu gehender Weg, nicht allzu anstrengend.
Wanderweg-Strecke: Hin und zurück 2 Stunden

Wir beginnen unsere Wanderung am Restaurant Dornejo. Gehen daran vorbei und biegen dann rechts in den mit „Barranco del Infierno“ gekennzeichneten Weg ab. Grüne Punkte weisen uns daraufhin, dass wir richtig sind. Diesen folgen wir
solange bis wir kurz unterhalb einer weißen Gebäudeansammlung – dem Gehöft „Casa de Labranza“ auf den Hinweis „La vista“ stoßen. Wir gehen also hier nicht den Weg
weiter bergauf, sondern biegen links ab. Wir betrachten die hübschen restaurierten Häuser des Gehöftes, die als natürlichen Zaun eine Ansammlung von Opuntien haben und mit Zypressen und Zedern umgeben sind. Ein wenig hangabwärts passieren wir einen Dreschplatz und werfen schon mal vorab einen Blick in den grandiosen Barranco del Infierno. Etwas weiter stoßen wir
auf eine Hinweistafel, die uns „schlau macht“, dass wir nun geschützte Landschaft betreten und wie hoch der Kostenvoranschlag für die Wiederinstandsetzung der Region ist. Hier biegen wir in den kleinen Pfad rechts ab, der uns gleich etwas heftiger bergab führt und eine gewisse
Trittsicherheit verlangt – uns aber auch sofort mit dichtem Blumen- und Pflanzenwuchs belohnt. Zum Teil blüht noch die Baumerika, das kräftige Gelb der Gänsediesteln, das lila
des Lavendels, uralte Margaritenbüsche, graziöse Glockenblumen, Farne, Taginasten, wilde Ringelblumen und und und begleiten uns. Am besten: selber schauen – staunen – sich freuen.
Man kann sich nicht verlaufen und kann nur noch den Blick nach oben auf die massigen Felswände, nach unten auf die beeindruckende Schlucht und auf den Blütensaum werfen.
Vom Ausgangspunkt sind wir nach ca. 45 Minuten – trotz schauen und fotografieren – auf einem Bimssteinplateau angekommen. Höhlen, ufoartige
Gesteinsformation und ein weiter Blick bis zur Küste belohnen uns zusätzlich zu der schönen Wanderung.
Von hier führt ein schmaler Pfad weiter leicht bergab. Aufmerksame Wanderer haben Steinmännchen errichtet, die den Weg zeigen. Ab
hier sollte man schon schwindelfrei sein, denn der Pfad ist sehr schmal und linkerhand liegt der steile Abhang. Ein ganz kurzes Stück ist kritisch, die gemauerte Wasserleitung, auf der man hier gehen muß, existiert nur noch zur Hälfte, der Fels von oben ragt etwas in den Pfad und links geht’s steil abwärts.
Aber es sind nur zwei, drei Schritte, mehr nicht.
Schnell sind wir auf dem nächsten Aussichtsplateau. Vor
uns ragt der „kleine Finger Gottes“ empor, unter uns liegt die Küste von Los Cristianos bis Adeje und eine phantastische Felswand befindet sich rechts von uns.
Da wir heute nur einen kleinen „Spaziergang“ machen wollten, kehren wir von hier aus um. Der Hinweg ist also auch der Rückweg.
Wir sind auch schon von hier aus bis nach Adeje gegangen.
Bei dieser Strecke gibt es aber gleich mehrere Haken:
- es kommt ein sehr kritisches Stück, die Wasserleitung ist fast ganz weggebrochen und der Fels ragt heftig in die verbleibende „Furt“
- der Weg nach Adeje ist teilweise so gut wie nicht gekennzeichnet. Das heißt also, man muß sich seinen Weg suchen.
- zudem ist es kompliziert mit den Wagen. Zeitaufwändig wenn man Autos nach Adeje setzt (beim Friedhof) und mit den anderen nach Ifonche fährt, diese müssen dann ja auch wieder geholt werden
- … es sei denn, man hat einen lieben Mitmenschen, der nicht wandert und der fährt.
Jedoch, unserer Meinung nach, lohnt der Aufwand des Abstiegs nach Adeje nicht.
Interessant zu wissen: Das Bergmassiv von Adeje gehört zusammen mit den beiden Gebirgen von Anaga und Teno zu den ältesten geologischen Formationen von Teneriffa. Fachleute erklären, dass der hier beschrieben Wanderweg mit seinem natürlichen und landschaftlichen Wert dem des Barranco del Infierno kaum nachsteht.
Restaurant: Restaurante Dornejo – Spezialität Kaninchen und unserer Meinung nach das beste Escaldón (Gofio) der Insel.
Geöffnet ab 13:00 Uhr, Donnerstags geschlossen, Tel. 922 72 5000
Anfahrt: Von der TF1 kommend und den Hinweisen „Teide“ folgend auf der
TF28 bis La Camella dort beim ersten Kreisverkehr Richtung Arona/Teide (TF51). Kurz vor Escalona biegt man links Richtung Ifonche ab. Entweder beim Restaurant Dornejo parken oder kurz dahinter.