Oktober 2019
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Mandelblüten-Wanderung – Santiago del Teide

 „Ruta del Almendro en Flor“

Beginn und Ende in Santiago del Teide

Vergangene Woche war ja eigentlich die heutige Tour geplant, die wir aber wegen der schlechten Wetterprognose verschoben haben.
Heute klingt die Vorhersage gut und wir wagen es.  Sehr schnell müssen wir feststellen: Höchste Zeit! Der Hauptflor ist schon vorbei.
Aber der Reihe nach:
Wir beginnen unseren Rundweg an der Kirche von Santiago del Teide.
„Iglesia de Santiago de Compostela“ im Stadtzentrum.

Das strahlend weiße Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert. Erst im 20. Jahrhundert wurden ihm mehrere runde Kuppeln hinzugefügt, die ihr Ähnlichkeit mit einer Moschee verleihen.
Die Kirche ist von außen üppig mit Blumenbuquets geschmückt. Ob das damit in Zusammenhang steht, dass ab hier vom 26. Januar bis 16. Februar die „MANDEL-ROUTEN IN FLOR 2019“ Wanderungen stattfinden?
Ungewöhnlich ist, dass uns, als wir uns an der Wandertafel orientieren, eine englisch sprechende Touristenführerin anspricht und uns die verschiedenen Möglichkeiten, die Mandelblüten zu bestaunen, aufzeigt und uns auch erklärt, dass oben bei der Gedenkstätte ein weiterer Führer steht, um uns den von uns zu wählenden Weg weist.
Also los: Wir passieren die Statue auf dem Kirchplatz, die an die Guanchen erinnert: die Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Dargestellt ist Pelinor, Mencey (König) von Adeje: Zu Beginn der Eroberung paktierte der Mencey Pelinor mit Alonso Fernández de Lugo (Eroberer von Teneriffa) und wurde später dafür mit Ländereien in Masca und Santiago del Teide belohnt. Sein Stammesgebiet erstreckte sich über 180 Quadratkilometer der heutigen Gemeinden Adeje, Guía de Isora, Santiago del Teide und Teilen von Arona.
An der Ecke ist eine Touristinformation, jedoch sehr voll so dass wir am Rathaus vorbei gehen und uns nach dem Kinderspielplatz links halten, um in den uns von verschiedenen Wanderungen bekannten Weg einzubiegen.
Ein Hindernis: Heute hat wohl Kindergarten wie Grundschule Ausflugstag zum Bestaunen der Mandelblüte. Viele kleine, kleinste Kinder mit Begleitpersonen lassen uns bereitwillig passieren und wir schätzen uns glücklich, denn wir beginnen die Wanderung im Sonnenschein. Die Passatwolken halten sich noch oben am Erjospass, wechseln zur Straße nach Masca und viel später erreichen sie auch uns und „nebeln“ uns ein. Aber: sie verziehen sich auch wieder. Ein interessantes Wechselspiel.
Hier unten gibt es noch einige voll erblühte Mandelbaumexemplare begleitet von den gelb blühenden Aeonien und die Montaña Bilma schiebt sich auch dekorativ ins Bild.
Der Weg – wie bekannt – etwas schwierig durch die vielen dicken, kleinen, Lavasteine, daher: festes Schuhwerk ist Bedingung.
Kurz darauf sehen wir ein kleines Holzschild mit QR-Code

und wir werden aufgeklärt:
„Diese Arbeit wurde von den Schülern des Bildungszentrums erstellt. Jedes Schild, das sie auf dem Wanderweg finden, gibt ihnen Informationen sowohl über die Mandelbäume, als auch über die Natur und kulturelle Umgebung.“
Nur leider funktioniert die Übertragung der QR-Codes weder auf Elisabeths Handy noch auf meinem.
Insgesamt 8 dieser Hinweistäfelchen sehen wir, aber es bleibt uns verborgen, auf was sie uns hier aufmerksam machen wollen. Bei der Rückkehr erfrage ich beim Info-Büro, ob es evtl. schriftliche Informationen dazu gibt, aber leider wissen die beiden Damen nicht einmal dass so etwas existiert.
In Höhe des Betonklotzes – ein Wasserwerk – hier kann man schon nach Valle de Arriba abbiegen (beschrieben am 17.3.2015) Santiago del Teide – Valle de Arriba – Santiago del Teide.  Die Strecke ist bis hierher ebenfalls identisch mit diversen anderen Wanderungen – zu finden unter „Santiago del Teide“ auf unserer Seite.
Beim Abzweig „Las Manchas“ eine kurze Denkpause „wollen wir diese Strecke nehmen oder lieber hoch, hoch, hoch bis zur Gedenkstätte ?
Aufwärts!
Ausgeschildert ist unsere Strecke mit „PR-TF 43,3 Arguayo 7,0 km Chinyero 5,4 km“
Es zieht sich! Zwar nicht sehr steil aber ständig hinauf. Links und rechts zum Teil gesäumt mit fleißig aufgesetzten Mauern.
Die Passatwolken umwehen uns, aber zur rechten Zeit verziehen sie sich wieder und der Teide ist im Blick!
Ist die Mandelblüte hier nicht ganz so üppig, so sind schon die ersten leuchtend gelben Blüten der Gänsedisteln zu sehen und der Escobon, der sprossende Geißklee, mischt auch schon mit.
Langweilig wird uns nicht. Es gibt so viel zu schauen.
Inzwischen sind wir so weit aufgestiegen, dass die Blüte wieder üppiger wird.
Musterexemplare, Riesenexemplare von Mandel-bäumen! Aber leider bei denen ist der Blutenflor schon vorbei.
Hoppla! Von der Pflasterung her müssten wir hier auf dem königlichen Handelsweg wandern, dem camino real.
Und wir sind in der Region der Feigenbäume.
Hier legen wir unsere kurze, obligatorische Apfelpause ein. Gut 1 ½ Stunden sind wir bis hierher aufgestiegen. Die Passatwolken? Sie haben sich verzogen.
Gleich darauf sehen wir die Gedenkstätte die damals als Dank dafür errichtet wurde, dass beim Ausbruch des Chinyero im November 1909 die Lavamassen hier zum Stillstand gekommen sind. Somit wurden die Orte Valle de Arriba und Santiago del Teide verschont.
Wie uns die Fremdenführerin in Santiago del Teide angekündigt hat, hier steht der nächste Guide.
Er erklärt uns, wir könnten auch von hier nach Las Manchas gehen oder die asphaltierte Straße runter nach Valle de Arriba die immer wieder Abkürzungen anbietet.
Das machen wir:
Sind wir vor zig Jahren mit der großen Wandergruppe immer der Straße komplett gefolgt, kamen so an einer Galerie – einem Wasserstollen vorbei – heute nehmen wir  die Abkürzungen und gelangen in die Calle El Reventon. Als Verschönerung des Weges sehen wir hier einen wild wachsenden Busch der Narzissenart.
Kurz darauf erreichen wir den links abbiegenden Weg, der uns wieder zurückbringen soll. Eine kleine Schar der Kinder, die wir in Santiago del Teide überholt haben, kommt uns hier entgegen.
Bei unseren letzten Wanderungen kamen wir hier auf diesem Weg – so meinen wir – glatt durch bis unterhalb des Betonklotzes. Nur heute ist dieser Weg mit Opuntien so zugewachsen, dass wir ihm nicht folgen können und uns über 3 Ebenen der mit Mauern abgestützten Weinanpflanzungen hinab hangeln (gar nicht lustig) da wir nicht – wie ein englisches Ehepaar – zurückgehen wollen.
Unten in der Talsohle angekommen geht es erst mal bequem eben dahin, aber dann? Irgendwie hat uns heute das Pfadfinderglück verlassen. Wieder hangeln wir uns nunmehr an einer Wasserleitung über dicke Lavabrocken aufwärts. Auch nicht spassig.
Aber: Wir haben den Weg unterhalb des Betonklotzes und oberhalb der Wasserleitung und einem großen Wasserbecken gefunden.
Ab hier ist der Hinweg der Rückweg.
Erstaunlich, wie viele Wanderer uns noch entgegenkommen, aber auch wie viele vor und hinter uns nach Santiago del Teide zurückstreben.
Noch niemals auf unseren Touren haben wir so viele Mitwanderer angetroffen.
Auf alle Fälle: Um 14 Uhr sind wir wieder heil, aber durchgeschwitzt – obwohl die Temperaturen bei 13 Grad liegen – wieder bei unserem Auto, das wir an der Hauptstraße, gegenüber der Kirche, geparkt haben.

Wanderwegstrecke: 8,5 km 2,16 km – unterwegs waren wir 3 Std. 20 Minuten inclusive Kirchenbesichtigung – Info-Büro – aufklären lassen – fotografieren – erzählen und der obligatorischen Apfelpause (heute sehr kurz wegen der Temperatur)
Fazit:
Erwischt man den Blüte-Höhepunkt der Mandelbäume, es muss ein Traum in weiß und rosa sein. Wir brauchten heute ein bisschen Phantasie! Aber schön war es trotzdem.
Vielleicht würden wir nächstens nicht den linken Abzweig in Valle de Arriba nehmen sondern – wie schon gegangen – die Straße entlang an der Kirche von Valle de Arriba vorbei bis zum Museum in Santiago del Teide und bis zur Kirche von Santiago del Teide.
Nicht so abenteuerlich aber dafür ungefährlich und bequemer.

 

NACHGSPANN:

Es ist uns später gelungen mit einer anderen QR-App als Elisabeth und ich sie hatten, einige QR-Codes der Hinweistäfelchen an Hand der Fotos „aufzulösen“.
Wer Interesse hat, kann es hier nachlesen, was man am Wege der Wanderung entdecken kann, was sich zu wissen lohnt:
Die Erklärungen sind in spanisch und ich habe sie bei Google-Übersetzer eingegeben. Hier ist das unbearbeitete Ergebnis:

Station 0

Station 1
Bedeutung von Mandelbäumen für die Gemeinde
Die Ruta del Almendro en Flor ist zu einer Touristenattraktion für die Gemeinde des historischen Dorfes Santiago del Teide geworden, sowohl aus landschaftlicher als auch aus gastronomischer Sicht, die Touristen aus aller Welt anzieht.
Der Anbau des Mandelbaums geht auf die Zeit der kastilischen Eroberung zurück, die sich aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen in diesem Gebiet ansiedelte.
Das Pflanzsystem war sehr einfach, da es durch die Aussaat von Mandeln in geringer Tiefe und mit wenig Bodendüngung keimen kann. Es braucht nicht viel Beschneiden, weil dies darin bestand, dass die Mandeln niedergebrannt werden und die Zweige schlagen, um ihren Fall zu verursachen.

Station 2
Eigenschaften der Mandelbäume und ihrer Früchte
Die Früchte der Mandeln sind Mandeln, von denen es verschiedene Arten gibt, wobei es sich um die gebräuchlichsten Sorten handelt: Marcona, harte Schale, spätreifend und sehr gut für die Zubereitung von Desserts geeignet; Largueta, harte Schale, länglicher Samen, frühblühend und halb spätreif, sehr gut für Süßwaren geeignet, mit Pralinen und einzeln mit Haut geröstet. Eine andere Sorte ist der Mollar mit einer sehr dünnen Schale, die leicht zu brechen ist. auch die Bittermandel wird in Hausmitteln und Transplantaten verwendet.
Die Mandel wurde vor allem zur Herstellung von Süßigkeiten verwendet: Forellen, Zuckermandeln, Käse, Kuchen, Knochen, Rosetten usw.
Der Bittermandelbaum dient als gutes Muster für die Verpflanzung anderer Obstbäume.
Von allen Obstbäumen im Obstgarten blüht zuerst der Mandelbaum. Es ist immer schön, diese Blumen an einem sonnigen Tag auf dem Land zu sehen. Seine Blüten werden vor dem Laub geboren und blühen auf große Weise, wobei der ganze Baum mit einem spektakulären Blumenmantel gefüllt wird. Und wenn ein Mandelbaum in voller Blüte schön ist, wenn er alles auf einmal im Feld erledigt, ist der Einfluss spektakulär.

Station 3
Die Vegetation während des Weges
Auf diesem Weg, auf dem der vorherrschende Blick, die Mandelbäume blühen, sehen Sie auch viele andere Arten der kanarischen Flora.
Wenn Sie aufpassen, können Sie auch aromatische Pflanzen wie Pennyroyal oder Thymian schätzen, die von Kanarienvögeln aufgrund ihrer Menthol-Eigenschaften und Aromen zur Behandlung von Erkältungen und Husten geschätzt werden.
Auf der anderen Seite können Sie auch kanarische autochthone Pflanzen sehen, wie zum Beispiel: verode oder bejeque, die Sie an ihrem ähnlichen Aussehen wie ein kleiner grüner Drachenbaum erkennen und normalerweise in nassen Teilen geboren werden. Der Escobón, ein Strauch mit Blättern in Form eines Speers und weißen Blüten, die Gamona, die Sie finden können, wenn Sie im unteren Teil der Straße nach Pflanzen mit langen grünen Blättern und im Strauch lange Stöcke mit weißen Blüten suchen oben
Andere heimische Pflanzen, die auf diesem Weg gefunden werden können, sind die Tagasastes und die Essige, mit denen die Tiere gefüttert werden. Die Tagasastes sind kleine immergrüne Bäume mit weißen Blüten und Essigen, es sind Büsche mit abgerundeten Blättern, die rötliche Blüten haben, die im Frühjahr unseren Bilma-Berg rot färben, was Sie sehen können Front von diesem Weg.

Station 4
Wald von Luftschleusen
Eine einzigartige Vegetation, von der Sie auf diesem Weg spazieren gehen können, ist die Cerraja, auch Stacheliger Lechuguilla genannt.
Wenn Sie den Pfad entlang gehen, können Sie einen Wald dieser Luftschleusen finden, die jetzt keine Blume haben, aber im Frühling die Landschaft von kräftiger gelber Farbe erleuchten.
Sie sind groß und überschreiten sogar die Körpergröße einer Person, sie bedecken beide Seiten des Pfades und lassen Sie sich vorstellen, dass Sie sich in einem Wald befinden. Diese Pflanzen nehmen Wasser und Nährstoffe buchstäblich aus der Luft, durch ihre Blätter, daher ihren Namen.

Station 6
Vulkanische Länder
Auf dem Weg können wir die einzigartige Landschaft Teneriffas als Ergebnis des Vulkanismus schätzen, der das Gebiet im Laufe von Jahrmillionen geprägt hat. Sowie kürzlich Badlands von Montaña de Bilma und Montaña Aguda.
Der für die Kanarischen Inseln typische Vulkanismus entspricht der alkalischen Reihe, in der Basalte, Stille und Phonolite dominieren, die unter anderem auf der Insel Teneriffa sehr häufig vorkommen.
Die geologische Konfiguration von Teneriffa bedeutet, dass Sie auf so kleinem Raum (knapp 2.000 Quadratkilometer) sehr unterschiedliche Landschaften und eine große Artenvielfalt genießen können.
Der letzte Ausbruch ereignete sich am 18. November 1909 im Vulkan Chinyero auf Teneriffa, von neun Mündern auf drei.

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