Oktober 2019
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Vera de Erques – Las Fuentes

Wer sich für das Leben vor dem Tourismus auf der Insel Teneriffa interessiert, ist auf diesem Pfad richtig. Allerdings ist es etwas mühsam bis zu den verlassenen Häusern von Las Fuentes aufzusteigen, aber auch das zeigt uns, wie mühsam früher das Leben war und wie gut wir es doch heute haben.

Wander-Wegstrecke: ca. 4 Stunden, abgekürzt 3 Stunden.
Auf der linken Straßenseite – bei einem grünen Briefkasten mit der Nummer 45 – beginnt unsere Wanderung. Unser Weg verläuft erst flach und wir sehen bald rechts Ofenvom Pfad einen gut erhaltenen Ziegelofen. Nun steigt der gut zu erkennende Weg an. Nach geraumer Zeit sehen wir auf der linken Seite das verlassene Gehöft „Casa Montiel“. Der kurze Abstecher dorthin lohnt sich, wenn man sich für die Gegebenheiten der Vergangenheit interessiert.
Unser Weg jedoch führt ca. 300 m steil nach oben. Wir schlagen den Weg links ein, folgen dem flach verlaufenden Pfad und werfen auf der rechten Seite einen Blick in ein trockenes Wasserbecken. Offensichtlich diente die kleine Ausbuchtung links als Trinkwasserstelle.
KaktusVorbei an einer gepflegten Terrasse mit Weinstöcken und bizarr anmutenden Kakteen folgen wir der linken Abzweigung, vorbei an einer eingefallenen Höhle und steigen in den Grund eines kleinen Barrancos ab. Am Ende des Schluchtbettes treffen wir nach ca. 1 Stunde 15 Minuten auf ein kleines Schild der Umweltbehörde „Espacio national“. Wir betreten nun die geschützte Landschaft von „Montaña Tejina“, ein Naturdenkmal.
Hier lassen wir den links abzweigenden Weg unbeachtet, biegen rechts ab, um den Barranco de Cuéscara zu verlassen.
Noch ca. 15 Minuten gehen wir unverdrossen den Hügel hinauf, diesen entlang und wandern zur unter uns liegenden staubigen Fahrstrasse hinab.
Hier stellt sich uns die Gewissensfrage:
Beim kleinen Schild des Medioambiente „Espacio nacional“ steil den Berg bis zum verlassenen Weiler „Las Fuentes“ aufsteigen
oder
auf der staubigen Fahrstraße Richtung Tejina Alta hinabgehen?
PisteDa dicke, dunkle Wolken um uns wehen, entschließen wir uns, den Aufstieg zu lassen, zudem wir bereits mehrfach oben bei den verlassenen Häusern waren, und dies bei Sonnenschein.
Die Fahrstraße ist zwar wirklich äußerst staubig, jedoch trösten im ersten Stück die eindrucksvollen Basaltwände links und rechts der Piste darüber hinweg.
In Tejina Alta halten wir uns links, gehen an den rostroten (oder rostbraunen ?)Neubauten vorbei auf einer geteerten Straße, stoßen auf eine Straße die von der TF 465 kommt, halten uns hier links und erreichen kurz darauf, steil ansteigend, die Straße TF 465 bei km 9 (Hinweisschild Richtung Tejina de Guia).
Hier werden wir – zu unserem Glück kehrten einige Wanderfreunde auf dem Hinweg nach einer Stunde um – nach kurzer Handyverständigung, abgeholt.
Da wir die Wanderungen nicht bis zum eigentlich Ziel durchgeführt haben, waren wir nach gut 3 Stunden retour.
Plant man, nicht denselben Weg zurückzugehen, sondern den einfacher zu gehenden Fahrweg, dann empfiehlt es sich, bei km 9 ein Auto abzustellen, da man sonst entlang der Hauptstraße eine lange Strecke aufwärts gehen muss.

Besonderheiten:
Die Wanderung ist aus historischer Sicht interessant, da sie uns in eine Gegend führt, in der bis in die vierziger Jahre intensiver Ackerbau betrieben wurde.
Casa MontielBei dem verlassenen Gehöft „Casa Montiel“ sehen wir den gepflasterten Innenhof, eine Höhle, die als Weinkeller genutzt wurde, einen Dreschplatz und ein kleines Wasserbassin.
Im Weiler „Las Fuentes“ befinden sich einige verlassene Gebäude. In den dreißiger Jahren lebten bis zu 150 Personen hier und das Dorf erreichte seine bedeutendste landwirtschaftliche Entwicklung und galt als Kornkammer von Guia de Isora. In den siebziger Jahren verließen die letzten Familien den Weiler, da sich durch die beginnende Bewässerung der Gemeinde der landwirtschaftliche Anbau vorwiegend an die Küstengebiete verlegte und damit auch der Arbeitsort.
Auf der schwarzen Erde baute man Getreide, wie Buchweizen und Gerste sowie Hülsenfrüchte, wie Linsen und Erbsen an. Die hellen Bimssteinböden dienten dem Kartoffelanbau, da diese Böden die Feuchtigkeit besser halten. Gesetzt wurden die Kartoffeln im August, geerntet im Dezember. Diese Kartoffel wurde „Winter- oder Frühkartoffel“ genannt.
Andere Anbauten wie Reben, Obstbäume im Trockenfeldbau und auch die Viehhaltung, vor allem Schweine, deckten die mehrheitlichen Nahrungsbedürfnisse der Bewohner.

Restaurant:
Wir kehren in „Bodegon Irache Gara“ Vera de Erques ein, an der TF 465 zwischen Kilometer 9 und 10. Telefon: 922 857 025, Montag geschlossen.
Interessant sind im Lokal die aus Samenkörnern gefertigten Wandbilder sowie die dekorative Gestaltung der Wand an der Küchenseite und sehr schön ist, wenn bei entsprechender Witterung, der anheimelnde Kamin brennt.

Anfahrt:
Aus Richtung Los Cristianos kommend auf der Autobahn TF-1 bis zum Ende – von dort weiter beim Kreisverkehr Richtung Guia de Isora auf der TF82 bis zur Ausfahrt „Vera de Erques“. Wir fahren auf der TF-465 hoch bis unterhalb der Schule und suchen uns eine Parkmöglichkeit.

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