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La Centinela – La Hoya – Fuente de Tamaide – La Centilena

Auf die heutige Wanderung lässt sich der alte Spruch anwenden: „Kinder wie die Zeit vergeht“.

Hätte man Elisabeth und mich gefragt, wann wir das letzte Mal von La Centinela aus bis Tamaide und wann die Tour Fuente de Tamaide gegangen sind, hätten wir sicher gesagt: „So vor 3 oder 4 Jahren.“

Tatsächlich haben wir sie im Oktober und November 2007 gemacht.
Im vergangenen Jahr sind wir  lediglich eine Strecke dieser Wanderungen  im Zuge unseres langen Marsches auf dem Camino Real del Sur von San Miguel bis La Centilena gegangen.

Nun erfahren wir von einer Infotafel, dass es sich bei dem „Camino Real de Chasna“  auch um eine Strecke handelt die La Orotava mit Vilaflor verband. Der Weg liegt an einer Schlucht die sich von der Küste bis zum Gipfel hinzieht.

Heute nun wollen wir die beiden Wanderungen zu einem Rundweg zusammenführen und Elisabeths Schwester Janni, ihrer Cousine Monika und unserer Freundin Margret zeigen.
Die Wetterprognose ist nicht gut, sie wird durch dicke, schwarze, drohende Wolken bestätigt.

An der Routenführung hat sich nichts geändert, jedoch inzwischen sind neben den bereits vorhandenen Infotafeln etliche neue hinzugekommen und Höhlen freigelegt worden. Die Felszeichnungen der Guanchen, die es hier geben soll, haben wir auch heute nicht gefunden.

Wir starten also, wie gehabt, am Mirador La Centilena, gehen unten am Restaurant entlang und beginnen dort unseren Abstieg.

Wir wandern an einer Ruine vorbei, steigen auf, nehmen die Höhlen in Augenschein, werfen einen Blick auf die Quelle und die in den Stein gehauenen Mulden die der Wasseransammlung und als Tränken für das Vieh dienten und gelangen zu den Häusern von La Hoya.

Über die kleine Ansiedlung La Hoya (1505-1522) werden wir aufgeklärt, dass es sich hier um die erste Siedlung von San Miguel de Abona handelt.  Ausschlaggebend für seine Wahl zu Ansiedlung waren die vorhandenen natürlichen Ressourcen: 3 Quellen in der Nähe des Dorfes, die Fruchtbarkeit des Bodens, einer strategisch günstigen Lage: keine Sicht auf das Meer, so war es vor möglichen Angriffen von Piraten geschützt.

Über die Bauweise werden wir unterrichtet: “Die Gebäude in La Hoya zeigen die Besonderheiten der Architektur des Südens der Insel. Sie sind einstöckige Gebäude mit Blöcken von weißem Vulkangestein. Auf dem Dach gibt es zwei Arten: beschichtet mit einer oder zwei Lagen von Fliesen und die Dachstühle waren aus Holz oder einem Kuchen von Lehm und Kalk“.

Wir steigen bis zur Straße auf, finden es nach wie vor amüsant, dass der  Zebrastreifen in’s Nirgendwo führt und biegen kurz oberhalb davon rechts ab.

Infotafeln gibt es nun zur Landwirtschaft, dass die großen Felder mit „jable“ dem Bimsstein abgedeckt werden, da diese „Steinchen“ die Feuchtigkeit halten.
Es wird über die „Ernte der Conchinilla-Laus von den Blättern der besonderen Kaktusfeigen, den „pencas“ aufgeklärt und die aus Tuffstein erbauten Bewässerungskanäle sowie die Nutzung der Quellen.

Auf der ganzen Strecke gibt es nur einen kurzen Engpass: Wir müssen uns durch zwei dicke Felsbrocken „quetschen“. Kurz darauf passieren wir die Quellen, La Fuente de Tamaide“. Bis hierher mussten die Bewohner kommen um Trinkwasser zu holen und ihre Wäsche zu waschen. Wir steigen auf einem vorbildlich präparierten Weg auf, halten uns in einer

 Biegung links und gehen weiter hoch bis zu den Überresten eines alten Pahoehoe-Lavastroms, einer Faden- oder Stricklava- Formation, um diese Besonderheit hier im Süden unseren Begleiterinnen zu zeigen.

Den kurzen Anstieg müssen wir zurückgehen und folgen rechts dem Hinweisschild „SL TF-231 Aldea Blanca 5,6 km Caserio de la Hoya 0,6 km“, von links sind wir hochgekommen. Der Pfad führt uns rechts runter in den Barranco. Eine Ziege hält Ausschau nach den bellenden Hunden und wir steigen – was sonst  – wieder auf.

Schnell sind wir an der Straße, gehen nun bis zu dem 1993 renovierten Ziegelofen, dem Monumente popular, um diesen innen und außen in Augenschein zu nehmen.

Von La Hoya aus ist der Rückweg mit dem Hinweg identisch.

Wanderwegstrecke: 2 Stunden 45 Minuten waren wir für rund 6 km unterwegs – ohne Apfelpause – aber vielen Trink- Schau- und Erzählpausen.

Fazit:
Immer wieder schön!
Wunderbare Ausblicke hoch zum Naturdenkmal Roque de Jama. Durch die entsprechende Infotafel wissen wir jetzt: „Der uralte, steinerne Schatten des Roque de Jama ist Zeuge der Veränderungen der Landschaft. Er ist Zeuge einer Landschaft, die Millionen von Jahren alt ist…….“
Wir blicken auf den Hausberg „Conde“ und die Ortschaft Vilaflor, zur Küste  bis zur Montana Roja in El Médano und beglückwünschen uns, dass wir trocken am Auto ankommen.

Cruz del Carmen – Taborno

Eine neue Wanderung auf unserer Favoritenliste, und das ganz oben!

Zwar waren die Wetterbedingungen – trotz guter Vorhersage – tatsächlich dann alles andere als gut. Dicke Passatwolken, leichter Regen, sich schüttelnde Lorbeer- und Erikabäume !
Das Gehen daher auf rutschigem Gestein, nassen Blättern, glattem Lehm alles andere als einfach; und trotztdem: Die Wanderung ist märchenhaft im Lorbeerwald, im Feenwald, im Zauberwald. Eine ganz andere Atmosphäre als im Sonnenschein. Was uns sicher nicht hindern wird, sie – hoffentlich – mal im Sonnenschein zu gehen.

Die GPX-Daten

Wanderwegstrecke: Wir waren – durch die Bodenverhältnisse verlangsamt – ohne Apfelpause 3 Stunden unterwegs. 180 m im Aufstieg und 490 m im Abstieg.
Laut komoot-Wanderprogramm-Planung sollten es für die 6 km gerade mal 2 Stunden sein.

Daher war angedacht, diese Strecke von Cruz del Carmen über Carbonera bis Taborno sozusagen als lange Anlaufstrecke für die Umrundung des Roque de Taborno, des Matterhorns von Teneriffa, zu betrachten.
Jedoch: Bei diesen Bedingungen siegte die Vernunft: Im Örtchen Taborno war heute Schluss für uns.
Alles Weitere wäre Leichtsinn gewesen, zu gefährlich bei den nassen Felsen.

Wir starteten in Cruz del Carmen, gingen rechts vom Restaurant auf den Wanderweg der nach Punta de Hidalgo führt.
Die erste Teilstrecke war Elisabeth und mir von unserer Tour nach Punta de Hidalgo bekannt, für Margret war es Neuland. Ihr zu liebe haben wir den Start bewusst von hier aus geplant, da wir noch in Erinnerung hatten, dass man bis Carbonera durch den typischen Lorbeerwald wandert.
Die weitere Strecke war uns nicht bekannt.
Der Weg ist gekennzeichnet mit weiß-gelber Markierung und führt nach 50 Minuten auf die TF 145.
Hier gab es eine Unsicherheit, rechts? links?  Bei beiden Varianten moserte meine „Trulla“, Sprecherin von komoot.
Der Wanderweg führt tatsächlich direkt gegenüber von der Stelle, auf der wir auf die TF 145 auskamen steil aufwärts, ganz schmal, ganz versteckt weiter. Das ist aber auch die einzige Stelle bei der es aufzupassen heißt, alles andere lief ganz glatt.

Nun ging es steil auf rutschigem Blätterboden aufwärts. Wir gerieten ins Schwitzen trotz der Wetterbedingungen.
Aber, es focht uns alles nicht an, wir waren von den verwunschenen mit Moos bewachsenen Lorbeerbäumen, den mit Flechten behangenen Erikabäumen und -Sträuchern, den mit Pilzen besiedelten Baumstämmen, den wie Perlen an den Zweigen hängenden Regentropfen, den vielen verschiedenen Farnen von ganz klein bis zu so großen Exemplaren, wie wir sie noch nie angetroffen haben und die ganze Hänge überzogen, den hin und wieder gewährten Ausblicken so angetan, dass alles andere keine Rolle spielte.

Zwischen Zweigen hindurch ein Blick auf das „Matterhorn“, auf das Örtchen Carbonera, Richtung Afur und das Meer mit seinen kleinen Felsgruppen.

In Taborno werden wir von meinem lieben Mann und Werner erwartet, die für uns Taxi spielen.
Für die Rückfahrt übernimmt Elisabeth das Steuer und führt uns in La Laguna in ein wunderbares italienisches Restaurant. Es gibt selbstgemachte Nudeln mit Steinpilzen. Hmmm

Fazit:
Die Erwartung für diese Tour war nicht hochgeschraubt, sie sollte lediglich für Elisabeth und mich mal wieder etwas Neues bieten, da wir die Umrundung des Roque de Taborno schon häufig gemacht haben.
ABER: Es war eine herrliche Wanderung durch den wunderschönen, reizvollen, abwechslungsreichen Lorbeer-und Erikawald mit all‘ seinen Facetten wie wir sie in dieser Länge noch nicht gemacht haben.

 

Impressionen

Fotos: Elisabeth – Margret – Irmgard

Wanderung Samarines

Von Candelaria bis zur Playa de Lima

Für die Wahl der heutigen Wanderung gab es drei Gründe:

– die Basilika Patrona de Canarias – Schutzpatronin der Kanaren

– die Statuen der Menceys – der ehemaligen Könige von Teneriffa

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– die Krippe in Candelaria

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das wollten Elisabeth und ich Michaela, Margaret und Werner zeigen und

am 8. Februar 2008 – als Elisabeth und ich von Güimar bis Candelaria  wanderten – unsere damalige Wandergruppe gab zwischendurch auf – schrieb ich:

Der beschriebene Weg „Samarines“ ist eine eigene Wanderung wert. Man kann sie vom Gebäude der Guardia Civil aus gehen – hier oben gibt es auch Parkplätze. Hin und Zurück sind es dann maximal 2 Stunden.
Zudem kann man dann die Wallfahrtskirche besichtigen und sich vielleicht in den diversen Reiseführern über die früheren Könige von Teneriffa – die Menceys – informieren, deren stattlichen Statuen gleich unterhalb des Kirchplatzes zu bewundern sind.

Bis heute haben wir die Absicht nicht in die Tat umgesetzt.
Da Elisabeth und ich wussten, dass es auf dieser Strecke schöne Badebuchten gibt, die Wanderung nicht lang ist, planten wir für heute eine Schwimmpause in Playa de la Viuda ein.

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Bei strahlendem Wetter machten wir diese mit weiß-grünen Balken markierte  kurze Tour, die gut präpariert ist. Man könnte sie einen Spaziergang nennen, da es aber rauf und runter zu den Buchten geht, der Weg weitestgehend  aus Vulkangestein besteht sind festes Schuhwerk und auch Stöcke angebracht.

Die erste Bucht, Playa de Samarines, die Schönste, da von Felsen umgeben, hielt uns vom Schwimmen ab, da eine unappetitliche  Schmutzschicht im Wasser trieb.
Die nächste Bucht, schon in  Playa de la Viuda, die sollte es sein, aber wir wollten uns der vollständigkeitshalber auch noch Playa de Lima ansehen.

Fazit:
Die  Örtchen bekommen bestimmt mal keinen Preis für „unser schönes Dorf“ aber die Strecke ist schön, die Sicht ist weit, zu den Bergen hoch und bis zum südöstlichsten Punkt der Insel, an  die Hänge schmiegt sich die Tabaiba dulce und bedeckt sie wie mit einem Teppich, Gran Canaria ist auszumachen und das tosende Meer begleitet uns.


Besonderheiten:

Basilica de Nuestra Señora de la Candelaria

Die Wallfahrtskirche wurde 1958 vollendet und erinnert mit ihren Dimensionen eher an eine Kathedrale. Im Gegensatz dazu ist der Innenraum recht schlicht. Der Blick konzentriert sich auf das meistverehrte Heiligtum der Kanarischen Inseln, auf die Figur der „Virgen de Candelaria“ – der Jungfrau von Candelaria. Der Legende zufolge sollen Ende des 14. Jahrhunderts, also in vorspanischer Zeit Guanchen südlich des heutigen Ortes Candelaria eine Madonnenskulptur gefunden haben, die vom Meer angeschwemmt worden war. Sie wollten die Statue mit Steinen bewerfen, aber ihre Arme waren wie gelähmt. Daraufhin schrieb man der Madonnenstatue wundertätige Kräfte zu, stellte sie in eine Höhle und verehrte sie. 1826 wurde sie von einer Sturmflut wieder ins Meer gespült. Das heute in der Kirche verehrte Bildnis stammt von Fernando Estévez.

Am 2. Februar und 14./15. August kommen Tausende von Pilgern zu Ehren der Virgen de la Candelaria. Die heilige Jungfrau ist die Schutzpatronen der Kanarischen Inseln.

(Auszug aus Insel-Reiseführer Teneriffa von Annette Kossow/Sibylle Geier)

Wir konnten die Kirche nicht umfassend besichtigen, da am heutigen Feiertag „Immaculada Conception“ ( Fest der Unbefleckten Empfängnis) um 12 Uhr eine Messe gehalten wurde.

 

Die Menceys, die ehemaligen kanarischen Könige

Am Hauptplatz – im Angesicht der Basilica – stehen 9 große Bronzestatuen, die Menceys, die stattlichen Könige der Guanchen mit ihren Waffen und Symbolen.
Die Skulpturen schuf der Bildhauer José Abad aus La Laguna.

1494, als Alonso Fernandez de Lugo mit der Eroberung Teneriffas begann, war die Insel in neun sogenannte Königreiche bzw. Stammesgebiete unterteilt, die von Menceys bzw. Häuptlingen regiert wurden. Diese repräsentierten die höchste zivile, religiöse und militärische Autorität in der Region, in der sie regierten. In der Gemeinde Candelaria befinden sich an der Plaza de la Patrona de Canarias neun Bronzestatuen dieser Menceys.

Acaymo, Mencey von Tacoronte: Acaymo herrschte über das Stammesgebiet Tacoronte im Norden Teneriffas, das die heutigen Gemeinden Tacoronte, La Matanza de Acentejo und El Sauzal umfasst. Laut dem Historiker Antonio de Viana befand sich Acaymo mit dem Mencey Bencomo im Krieg, doch angesichts der Ankunft der Eroberer schlossen sie Frieden.

Adjona, Mencey von Abona: Die von Adjona regierte Region war das ausgedehnte Stammesgebiet Abona im Süden Teneriffas. Es erstreckte sich über ein ca. 420 Quadratkilometer großes Gelände, das die heutigen Gemeinden Fasnia, Arico, Granadilla de Abona, San Miguel und Vilaflor umfasste. Adjona war einer der Menceys, die mit Alonso Fernández de Lugo während dessen ersten Landung paktierten.

Añaterve, Mencey von Güímar: Añaterve war der erste Mencey, der über den Gouverneur von Gran Canaria, Pedro de Vera, mit den Eroberern paktierte. Sein Gebiet entsprach den heutigen Gemeinden El Rosario, Candelaria, Arafo und Güímar sowie einem Teil von Santa Cruz de Tenerife und La Laguna.

Bencomo, Mencey von Taoro: Während der Eroberung wurde das Stammesgebiet Taoro von Bencomo regiert. Von seinem Gebiet aus, das die Stadt La Orotava, La Victoria de Acentejo, Santa Úrsula, Puerto de la Cruz, Los Realejos und San Juan de la Rambla umfasste, führte er die Ureinwohnergruppen an, die sich der spanischen Invasion widersetzten, wodurch er den Zusatznamen „Großer König“ erhielt. Er starb während der Schlacht von La Laguna vor den Truppen von Alonso Fernández de Lugo. Sein Sohn Bentor wurde sein Nachfolger als Mencey und zeigte durch seine eigene tragische Geschichte, welche fatalen Folgen die Eroberung für das Guanchen-Volk haben sollte. Nachdem er in der Schlacht von Victoria de Acentejo durch die Spanier besiegt wurde, stürzte er sich hoch oben von der Schlucht von Tigaiga in der Gemeinde Los Realejos in die Tiefe. Zu seinem Andenken steht am Aussichtspunkt El Lance heute eine Statue von ihm. Eine Tochter von Bencomo, die Prinzessin Dácil, verliebte sich in den spanischen Hauptmann Fernán García del Castillo und heiratete ihn später. Nachdem ein anderer Guanche sie angezeigt hatte, weil sie alleine mit dem Spanier angetroffen wurde, verurteilte Bencomo seine eigene Tochter zum Tode durch Steinigung. Dácil gelang es, der Verurteilung zu entgehen, weil sie nachweisen konnte, dass Zeugen bei dem Treffen anwesend waren. Sie heiratete dann und nahm nach ihrer Taufe den Namen Mencías del Castillo an.

Beneharo, Mencey von Anaga: Der Mencey Beneharo blieb durch ein Abkommen mit Alonso Fernández de Lugo während der Jahre, die die Eroberung Teneriffas andauerte, neutral. Seine Ländereien erstreckten sich über weite Teile des Anaga-Gebirges.

Pelicar, Mencey von Icod: Das Stammesgebiet Icod erstreckte sich über die heutigen Gemeinden La Guancha, Icod de los Vinos und El Tanque sowie Teile von Garachico. Unter der Führung von Pelicar kämpfte er bis 1496 in dem Krieg, bis sie sich nach der Schlacht von La Victoria de Acentejo ergeben mussten.

Pelinor, Mencey von Adeje: Zu Beginn der Eroberung paktierte der Mencey Pelinor mit Alonso Fernández de Lugo und wurde später dafür mit Ländereien in Masca und Santiago del Teide belohnt. Sein Stammesgebiet erstreckte sich über 180 Quadratkilometer der heutigen Gemeinden Adeje, Guía de Isora, Santiago del Teide und Teilen von Arona.

Romen, Mencey von Daute: Das Stammesgebiet Daute entsprach im 15. Jh. den heutigen Gemeinden Buenavista del Norte, Los Silos und Teilen von Garachico. Romen war einer der ersten Häuptlinge, die sich während der Eroberung der eindringenden Armee entgegenstellte.

Tegueste, Mencey von Tegueste: Dieses Stammesgebiet entsprach dem heutigen Tegueste und großen Teilen von San Cristóbal de La Laguna. Sein Häuptling, der den gleichen Namen trug wie die von ihm regierte Region, setzte sich mit wild entschlossener Kraft der spanischen Invasion entgegen und nahm schließlich an der Schlacht von La Laguna teil
(Info vom Tourismus – Teneriffa)

Krippe in Candelaria

„Seit nunmehr 25 Jahren wird die Tradition der Krippen auf Teneriffa gepflegt.“

So schrieb ich am 27. Dezember 2013. Damals waren wir in Santa Cruz Krippen besichtigen, am 13. Dezember 2013 machten wir in Villa de La  Orotava eine regelrechte Krippenwanderung.

Heute also nun die „El Belén“, die Krippe, von Candelaria an der Plaza del Centro Cultural.
Mein lieber Mann und ich haben sie am 15.1.2016 zum ersten Mal gesehen und waren von der liebevollen Gestaltung begeistert.
Auch das war heute mit ein Grund nach Candelaria zu fahren.

Die Krippen, wie wir sie in Deutschland kennen, konzentrieren sich auf die Heilige Familie, Ochs und Esel sind mit dabei, vielleicht auch noch hin und wieder Hirten oder auch Engel. Auf Teneriffa wird das komplette Dorfgeschehen mit allen Menschlichkeiten präsentiert.

Montaña Carasco

Waren die beiden letzten Wanderungen nicht unbedingt absolute Glücksfälle, so wollten Elisabeth und ich heute doch gerne Michaela, Margret und Werner zur Entschädigung eine wirklich wunderschöne Tour gönnen.
Im März 2014 zeigten uns Freunde, Monika und Horst, die Tour „La Fuente El Chorrillo“, eine Rundtour von Ifonche nach Ifonche an 6 Höhlen, einer Quelle und einem alten Kanal entlang.
Wunder- wunderschön und auch gut ausgeschildert.
Da Elisabeth und ich auch immer wieder gerne etwas Neues kennenlernen, haben wir uns entschlossen eine Erweiterung dieser Wanderung vorzunehmen und sozusagen als Abstecher die Besteigung der Montaña Carrasco miteinzubeziehen.

Wanderwegstrecke: 4,63 km für die wir gut 3 Stunden inklusive Apfelpause am „Gipfelkreuz“ benötigten. 150 m im Aufstieg und 150 m im Abstieg.

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GPX-Daten findet man hier im ZIP-Format.

Wie üblich parken wir in Ifonche am Restaurant Dornejo, schon der erste Ausblick an der Infotafel überwältigt uns: Auf einen Blick: Die Inseln La Gomera und El Hierro zum Greifen nah. Das hat man so nicht oft.
Die Voraussetzungen sind bestens: Strahlender Sonnenschein, kein Wind, angenehme Temperatur.

Also los. Die Wanderung müsste ich eigentlich nicht näher beschreiben, da ich dies ausführlich am 25. März 2014 gemacht habe.
ABER: Es bleibt nichts wie es ist.
Sämtliche Schilder mit Hinweis auf „Fuente El Chorrillo“ sind abgebaut. Die Ausschilderung zu den 6 Höhlen sowie zur Quelle von Chorrillo, zum alten Kanal, alle weg.
Wir rätseln: Die Strecke zu gefährlich? Steinschlaggefahr wie im Barranco del Infierno? Naturschutzgebiet?

Daher nochmal sehr gerafft die Beschreibung der Tour, ohne
Ausschmückungen:
p1240881Vom Restaurant Dornejo den Hang runter und wieder rauf und dem Hinweis: „La  Quinta“ oder „Adeje“ mit weiß-gelber Markierung folgen.
Nach geraumer Zeit – Aufstieg und Abstieg – sehen wir links oben ein kleines weißes Haus, hier gabelt sich unterhalb der Weg: rechts geht es zu den p1240883aobengenannten Zielen, links zeigen gekreuzte Balken auf, dass der ausgeschilderte Weg hier nicht mehr weitergeht.
Da gab es 2014 noch den Hinweis „Fuente El Chorillo“ links hoch.
p1240884Also den Hang hinauf, das Haus rechts liegen lassen, kurz darauf gelangen wir an einen schönen Dreschplatz.
Möchte man tiefer in den Barranco del Infierno reinschauen, kann man hinter dem Dreschplatz kurz absteigen und hat gute Sicht. Wieder zurück auf dem p1240892 Weg gehen wir gerade aus weiter. Es erscheint ein kleines Schild rechts: „Reserva Natural Especial“.
Kurz darauf zweigt rechts ein schmaler Pfad ab, den nehmen wir und er führt uns oberhalb des Barranco del Infierno entlang an wuchtigen Felsmasiven vorbei bis zu einem Plateau.

Hier biegt links der Weg zu den Höhlen und der Quelle ab, der dann wieder nach Ifonche führt. Auch hier war früher ein Hinweisschild, jetzt nichts.

Wir machen heute rechts den Abstecher auf die Montaña Carasco.
Erst hat man den Eindruck, wie soll man da einen Weg, einen Steig finden.
Es gibt jedoch liebe Vorwanderer, die in vorbildlicher Weise Steinmännchen gesetzt haben und so können wir uns ohne Irrungen und Wirrungen schnell nach oben schrauben.
Danke den fleißigen Steinmännchen-Setzern!

Auf dem kleinen Plateau oben werden wir mit einem grandiosen Rundumblick belohnt: Die Küste breitet sich vor uns aus, zu den Inseln La Gomera und El Hiero kommt rechter Hand noch La Plama dazu, der Blick hoch zu den Canadas zeigt uns den Teide, den Sombrero und auch noch den Guajara, weiter in der Runde Roque Imoque und Los Brezos, El Conde und wir sind wieder bei der Küste angelangt.

Erstaunlich gut läßt es sich absteigen, da hatten wir doch Bedenken, da der Aufstieg sehr steil ist. Auf dem schmalen Weg unten angekommen halten wir uns kurz nach links, um dann rechts  zur Höhlen-Wanderung abzubiegen.

Aber, auch hier wieder: Alle Schilder verschwunden.
Wir hatten in etwa noch eine Ahnung, wo es zu der einen oder anderen Höhle geht, aber keinerlei Kennzeichnung mehr.
Selbst die kleine Anlage mit den Callas, alles verschwunden.

Dafür sind wir aber auch die einzigen Wanderer.
Um es kurz zu machen: Den Aufstieg nach Ifonche schaffen wir auch problemlos. Es gibt nur eine kleine Irritation: scharf links abbiegen oder mehr rechts zu den Trafomasten hoch. Wir nehmen, wie komoot, das Wanderprogramm, es vorschlägt, den rechten Weg und gelangen schnell zur Straße die uns wieder zu unserem Wagen führt.

Fazit:
Es ist – auch ohne das Higlight Montaña Carasco – eine wunderschöne Wanderung, vorausgesetzt man ist schwindelfrei.
Auch wenn wir jetzt keine blühenden Pflanzen – außer einigen spärlichen Blüten des Lavendels und der Montpellier-Zistrose und einigen versprengten Margaritenbüschen –  angetroffen haben, jedoch die Formationen der Felswände, das Farbspiel der Felsen: grandios!
Diese Tour gehört zu Elisabeths und meinen absoluten Lieblingswanderungen.

Blick zurück auf die Montaña Carasco

Cueva Fria

  La  Fuente El Chorrillo

Puerto de Erjos (Erjos-Pass) – El Tanque

Teilabschnitt des Camino Real del Norte

Meine Idee war, den Camino Real, diesen Handelsweg, der bereits von den Guanchen errichtet wurde und nach der Eroberung Teneriffas 1496 durch die Spanier im Besitz, Schutz und unter der Rechtsprechung der Krone stand  – so weit es geht – nach zu wandern.

So weit so gut.

In der vergangen Wandersaison haben Elisabeth und ich den 127 km langen  Camino Real del Sur von Candelaria bis Santiago del Teide in 9 Etappen nachvollzogen.
Zum Teil sehr leidvoll, da unwegsam und wir waren drauf und dran aufzugeben, bis wir die erbetenen GPS Daten von dem „montañero“ Francisco Fariña bekamen.
Dieser „Bergsteiger“ macht sich um die Wiederbelebung des „camino real“ sehr verdient und wurde dafür auch schon von der Inselregierung ausgezeichnet.
Nun fand ich auf seiner Web-Seite die Beschreibung des Camino Real del Norte.
Freute mich sehr und fand es schön, den direkten Anschluss an den „Sur“ gefunden zu haben.
Jedoch:
Da er schon den Aufstieg von Santiago del Teide bis zum Puerto de Erjos als sehr unwegsam und schwer auffindbar beschreibt, schenkten wir uns diesen Part und stiegen in diese Wanderung erst vom Pass aus ein.

Elisabeth und ich sind erst im Frühjahr von den Teichen aufgestiegen.  Zwar war der Pfad, den wir gefunden haben,  sehr verwachsen aber ganz gut begehbar.
Nun hatte ich die exakte Route – von F.F. vorgegeben – mit komoot programmiert und wir wurden in ein solches Brombeergestrüpp, begleitet noch von Stechginster, geleitet, dass es kein Durchkommen gab und wir umkehren mussten. p1240831
Hier hat sich unser „Pfadfinder“ Werner wieder sehr bewährt, er fand doch tatsächlich in dieser Wildnis den zum Teil noch in der Camino-Real-Manier gepflasterten Pfad und wir kämpften uns durch mehr als lästige Brombeersträucher bis zu den Teichen.
Ab hier war der Weg gekennzeichnet, mit Hinweisschildern u.a. bis Erjos.  Daran hielten wir uns nun, denn der „Königsweg“ verlief mehr rechts, wir hätten an der TF 82 entlang gehen müssen.
Das ist ja das Problem: große Teile des ehemaligen Handelsweges sind asphaltiert, überbaut, zugewuchert, unkenntlich.

Ich mache es kurz:

Wanderwegstrecke: von Puerto de Erjos bis El Tanque rund 10 km in 2 ½ Stunden

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Lohnt nicht nachzuwandern!

Da bietet die Insel eine Vielzahl weit schönerer Wanderungen.
p1240844Wir bekamen allerdings das urbane Leben von den Dörfchen Erjos, Ruigómez und El Tanque mit. Wir wanderten teilweise statt auf alten gepflasterten Pfaden auf modernen geriffelten Betonpisten, die die p1240839 Strecke begleitenden Pflanzen waren interessant, hübsch bis sehr schön, die Apfelpause machten wir sozusagen im Angesicht oder der Rückenansicht von Kamelen (wir wanderten an der Kamelfarm vorbei).
Klar, wir hatten die Aussicht auf das Meer und den Teide, immer wieder von p1240857 andere Wolkengebilden „ummantelt“. Die Gegend wird landwirtschaftlich sehr genutzt und kurz vor El Tanque stellten wir fest, dass  das Restaurant „Mirador Molino de Lomo“, (= Mühle auf dem Bergrücken) wieder geöffnet hat.
Zwischendurch war es mal Hotelfachschule, dann lange geschlossen.
Es wurde nach den Plänen des berühmten Cäsar Manrique, Maler, Architekt aus Lanzarote erbaut. Nicht nur der Baustil zeichnete seine Objekte aus sondern auch die Lage an markanten, herausragend schönen Plätzen.
Da wir schon sehr früh in El Tanque waren, unser Bus aber erst so ca. 16:15 Uhr kommen sollte – er kam dann um 16:35 Uhr – gingen wir noch zu dem Mirador.
15896b45330Wie erwartet: Die Sicht auf die Küste, Garachico unter uns: grandios!
Noch eine Attraktion: Direkt vor dem Restaurant starten die Paraglider um ihren „Vogelflug“ anzutreten.

Was bot sich an: Wir essen hier mit dieser grandiosen Sicht als Zugabe.

ABER: Sollten sie sich diese Aussicht und das Gebäude mal ansehen wollen: Nicht hier essen! So grottenschlecht haben wir noch nie auf der Insel Tapas gegessen. Die Bedienung war allerdings sehr freundlich!

Fazit:
Meine Idee den Camino Real weiterzugehen, die habe ich gestern begraben.
Das macht keinen Sinn.
Sollte eines fernen Tages die Inselregierung den Plan, diesen Weg –  so weit es überhaupt noch möglich ist – wieder nachvollziehbar machen, dann ja. Aber unter den gegebenen Bedingungen: NEIN DANKE!