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Artikel-Schlagworte: „Las Lajas“

Las Lajas – El Parador

Heike, eine Leserin unseres Wandertagebuches, gab den Hinweis, dass es eine sehr schöne Tour vom Grillplatz Las Lajas bis zum Parador gibt.

Da ich schon seit Jahren – genau seit 2. Dezember 2008, als wir auf den Sombrero de Chasna stiegen und den Hinweis „Sendero 31“  sahen – diesen Abzweig gehen will, gab dieser Tipp den Ausschlag.

Heute ist es nun endlich soweit: Elisabeth und ich gehen die Tour an.
Wettervorhersage 20 Grad, Sonne. Genau richtig.

Vorab: Eine zwar anstrengende aber wunder-wunderschöne Bergtour!

Wanderwegstreck: Mit einigen Irrungen waren wir 4 3/4 Stunden unterwegs 9,4 km, 400 m rauf und 370 m runter

Um um 9:15 Uhr wollen wir mit dem Bus 342  ab Busbahnhof Costa Adeje bis Zur Zona Recreativa Las Lajas-Vilaflor fahren.
Ein Paar besteigt den Bus mit Ausdrucken der Buchung für die Fahrt. Da der Busfahrer die neue Möglichkeit der Buchung und Bezahlung der Fahrt per Internet offensichtlich nicht kannte, gab es eine Verzögerung, da er erst mal fragen gehen musste.
Aber: Um 10:30 Uhr entließ er uns mit einer Gruppe Fahrradfahrer an unserem Wanderausgangspunkt in Las Lajas.
Die üblichen Vorbereitungen, GPS aktivieren, Handys mit dem programmierten Wanderverlauf über das Programm komoot einschalten: und die böse Überraschung: es funktioniert weder Elisabeths noch mein Handy.
Jedoch wir sind unverzagt, sehen auf dem Kiefernnadelboden viele Steinmännchen, denen wir unverdrossen aufwärts folgen. Wir sind vielleicht eine ½ Stunde aufgestiegen als sich meine „Trulla“, Sprecherin von komoot plötzlich meldet: „Du hast die Tour verlassen, die Tour liegt 190 m rechts von dir.“
Na prima. Also queren wir auf’s Gradewohl die Hänge, und hangeln uns immer weiter rechts. Müssen ein großes Stück wieder absteigen bis uns dann mitgeteilt wird: „noch 30 m dann bist du zurück auf der Tour“.

Wir waren wohl – wie wir später nachvollzogen haben –  auf der Diretissima zum Roque los Almendros.

Als wir nun den richtigen Pfad hatten, war es ein Kinderspiel. Hinauf, hinauf, rechts stets den mächtigen Koloss des Sombrero de Chasna vor uns, unter uns ein Wolkenmeer wie Watte und wir bestaunen die Baumveteranen der Kanarischen Kiefer, die den Brand überlebt haben. So knorrige Exemplare haben wir nur damals auf der Wanderung vom Parador nach Cruz de Tea gesehen.

Kurz vor 12 Uhr sind wir an dem Abzweig, den wir damals gesehen haben.
„Nr. 31 Cumbres de Ucanca“  3 ½ Stunden werden angezeigt und hoher Schwierigkeitsgrad. Auch gibt es Hinweise auf die Area Recreativa Las Lajas sowie nach Vilaflor und für uns jetzt interessant zur Degollada de Ucanca und zum Parador.
Zusätzlich zu den Täfelchen „Sendero 31“ gibt es auch noch leuchtend blaue Punkte auf den  Steinen.
Nur 15 Minuten später haben wir uns so weit hochgearbeitet, dass wir über den „Tellerrand“ schauen können und den Teide und den Pico Viejo vor uns haben.
Noch ein paar Minuten weiter und wir sagen nur noch OHHH!
Teide, die Caldera, Llano de Ucanca liegen ausgebreitet vor uns.
Die blaue Gesteinsfärbung der „Azulejos“ ist gut auszumachen. Linker Hand sehen wir die Berge Roque de los Almendros (2523m), El Sombrero (2531 m) und El Sombrerita (2328 m) auf unserer Höhe. Richtung Meer der Sombrero de Chasna (2411 m) und rechts den Guajara (2718 m).
Da weiß man wofür man sich angestrengt hat!

Die weitere Strecke zeigt uns rechts wie links die wunderschönsten Ausblicke, aber: es pfeift ein eisiger Wind und wir sind froh, dass wir Anoraks dabei haben,  bedauern, keine Handschuhe eingepackt zu haben.
Hier oben: strahlend blauer Himmel ohne das klitzekleinste Wölkchen

und an anderer Stelle ein Schauspiel der Wolken wie sie aufziehen und weiterziehen,


dunkle Wolken sich in die weißen Wolken mischen.

Der Pfad führt zum Teil dicht an der Abbruchkante Richtung Caldera vorbei, dann rechts wieder etwas tiefer. Es geht rauf und runter. Immer wieder sehen wir die Täfelchen „Sendero 31“. Viele Tafeln sind in der ganzen Gegend aufgestellt „Parque National“ damit wir ja nicht vergessen, in welch‘ bevorzugter Landschaft wir uns bewegen.

13:15 Uhr: Apfelpause. Wir haben eine windstille Stelle gefunden und der Blick Richtung Meer ist grandios: Aus dem Wolkenmeer erheben sich die höchsten Erhebungen von Gran Canaria und – was wir noch nie gesehen haben – wir glauben so gar Fuerteventura schemenhaft ausmachen zu können.

Ginsterbüsche dominieren hier oben und eine Vielzahl der Skelette des Wildprets Natternkopfes, schlicht: Teide-Tajinaste“ verzieren die Landschaft und noch Schneeflecken haben sich gehalten.

Gegen 13:40 Uhr haben wir dann ein dickes Problem: Sowohl Elisabeths Handy als auch meins haben sich gleichzeitig ausgeschaltet. Somit keinerlei Ansagen mehr noch Karten zum Orientieren zur Verfügung.
Wir sind gewissenhaft den Hinweisschildchen gefolgt und kommen nun zu einem Abbruch: kein Täfelchen,  zwar einige Steinmännchen, die uns aber nicht weiterhelfen. Wir gehen zurück, wir versuchen verschieden Abstiege, die uns alle viel zu gefährlich sind, 20 Minuten hat uns die Suche gekostet bis

Elisabeth zwischen den mächtigen Felsbrocken einen Spalt entdeckt und hier geht der Weg weiter. (Unser kleiner GPS-Logger, den wir zur Aufzeichnung der gegangenen Tour – neben den Smartphones – immer mitführen, hat unsere Irrungen präzise aufgezeichnet.)


Als wir dadurch sind: sehen wir: „Sendero 31“. 
Die Schwierigkeit ist, die Wanderung ist vom Parador her ausgeschildert und nicht von Las Lajas, so dass wir aus unserer Sicht eben keine Sicht auf die Kennzeichnung hatten.

Was sind wir froh! Nun geht es wieder auf gut auszumachendem Pfad weiter. Ein einsamer Wanderer kommt uns entgegen.
Wir marschieren nun sehr erleichtert durch eine so phantastische Landschaft die ihresgleichen sucht. Beeindruckend!

Rechter Hand haben wir als steten Begleiter das Massiv des Guajara (2717) dem vierthöchsten Berg auf Teneriffa und die Felsformationen wechseln stets.

Die vielfältigen Felsformationen lassen uns immer wieder schauen und staunen.

Um 14:30 Uhr rufen wir meinen lieben Mann an, der für uns wieder Taxi IrmEli machen und uns am Parador abholen will, sollten wir früh dort sein. Das hat sich durch unsere Suche nach dem richtigen Abstieg erübrigt. Wir können froh sein, wenn wir um 16 Uhr den Bus vom Parador erreichen, da wir nicht wissen, wie lange wir noch brauchen werden.

Nur 5 Minuten später gelangen wir an an den Sattel der Degollada de Ucana. Der Hinweis „Cañada Blanca“ ist für uns richtig.
Was auch interessant ist: Sendero 15 führt von hier auf den Guajara.

In den Fels ist der Einstieg zum Abstieg eingeschnitten und dieser Teil ist uns von einer Wanderung im Jahre 2003 her noch in Erinnerung, als wir mit der großen Wandergruppe den Aufstieg auf den Guajara gesucht und nicht gefunden haben. Ausgeschildert war damals noch rein gar nichts und so gut präpariert war der nun wirklich gut zu gehende Weg auch nicht.
Jedoch, Vorsicht ist geboten, reine Nordseite und es haben sich noch große Flecken Schnee, der inzwischen gefroren ist und Eisplatten gehalten.

Zügig kommen wir voran, sehen schon die Piedras Amarillas.

Eine halbe Stunde haben wir für den Abstieg gebraucht und kommen an die nächste Hinweistafel: noch 0,8 km bis zum Parador, der Sendero 4, gut bekannt. Nur sind wir ihn noch nie am Ende einer Wanderung gegangen, bisher war er stets der Beginn einer Tour.

15:30 Uhr: Geschafft!

Natürlich ein kurzer Besuch im Infobüro, um auch mitzuteilen, dass, kommt man von Las Lajas, die Wegfindung schwierig ist. Was uns die Dame am Schalter bestätigte.

So, die Zeit reicht noch für einen Becher Milchcafé, denn um 16 Uhr soll ja der Bus 342  wieder zurückfahren. Kommt auch überpünktlich, dann aber – wieso – warum – weshalb – fährt er 20 Minuten verspätet ab. Zwei Herren steigen noch zu und nach der Abfahrt etwas später hält der Bus nochmals, um noch die Begleiterinnen der Herren einsteigen zu lassen.
Das ist wohl Service!
Dann ist der Busfahrer so nett und hält in La Camella – obwohl keine Haltestelle –  um mich aussteigen zu lassen.

Fazit:
Eine wirklich wunderschöne Tour und wir sind auch ganz angetan, dass wir sie – bis auf die Suche nach dem Abstieg – problemlos gemeistert haben.

Sollten wir sie nochmal gehen, würden wir jedoch den Aufstieg – wenn auch etwas länger – von der bekannten Route auf den Sombrero de Chasna von der   TF 21 km 59 1/2  aus gehen.

Danke nochmal, liebe Heike! Ihr seid wohl bei der Wegfindung etwas geschickter gewesen.

Besonderheit:
Parque Nacional

Der Nationalpark befindet sich in der Mitte der Insel Teneriffa, nördlich eingegrenzt durch das Orotavatal und südlich duch den Kiefernwald vonVilaflor. Der Park ist auf die Gemeindebezirke Adeje, Fasnia, Garachico, Granadilla de Abona, Guia de Isora, Icod de los Vions, La Cuancha, La Orotava, Los Realejos, San Jaun de la Rambla, Santiago del Teide und Vilflor verteilt.

Es handelt sich hier um das einzige Gebiet eines subtropischen Hochgebirges in Europa. Dieses Merkmal ist ausschlaggebend für den biologischen Reichtum, und viele hier anzutreffende Arten sind nur in diesem Park zu finden.
Was zuerst auffällt, ist der große Kessel, der Circo de las Cañadas, eine Depression mit einem Durchmesser von etwa 17 km. Diese wird im Nordosten, Osten und Süden durch abrupte Steilhangzonen mit einem Gefälle von bis zu 700 m eingegrenzt . Darüber liegt der Teide, der über 2000 m Höhe erreicht und von den Feuchteinflüssen ausgenommen ist, die durch die Passatwinde hierher gelangen. Die klimatischen Bedingungen sind hier völlig anders als auf der restlichen Inselgruppe. Die zu jeder Jahreszeit niedrige relative Luftfeuchtigkeit und der >Mangel an Niederschlägen verursachen eine Trockenheit, die schwerlich mit anderen Berglandschaften vergleichbar ist. Diese Eigenheiten führen je nach der Jaheszeit, zu der man die Gegend besucht, zu einem völlig unterschiedlichen Anblick: entweder vollkommen weiß von Schnee im Winter oder voll an lebendigen Farben im Frühling oder aber trocken und karg im Sommer.

Gesetzgebung:
Durch Erlass vom 22. Januar 1954 wurde das Gebiet zum Nationalpark erhoben. Das Gesetzt 5/1981 vom 25. März 1981 legt unter Anwendung des Gesetzes über geschützte Naturräume ein Sonderrechtssystem für den Park fest. Am 2. Juli 1999 wurde die Erweiterung des Nationalparks auf die heutige Fläche von 18.990 ha beschlossen.

Auszug aus dem Informationsblatt „Teide – Parque National“ herausgegeben
durch den Veröffentlichungsdienst der Nationalparks.

Las Lajas – Casas de Teresme – Ifonche

Von Las Lajas nach Ifonche, diese Tour wollten wir heute in Begleitung von Elisabeths Schwester Janni gehen.

Sind wir auch gegangen, jedoch ganz anders als wir sie kannten, denn:
Wir sind ja wissbegierig und als wir in Las Lajas um 10:15 Uhr aussteigen – der freundliche Busfahrer der TITSA-Linie 342 hielt dort für uns –  sahen wir eine Infotafel und stellten fest:
Es gibt eine neue Tour.
Also, keine Frage, es stand für uns fest: Die probieren wir aus.

Track01
Wanderwegstrecke: 17,82 km – 5 Stunden 50 Minuten incl. 15 Minuten Apfelpause, 150 m rauf und 1.220 m runter

Die GPS-Daten hier als Zip-Datei.

Wir sind wohl „Glückskinder“ strahlender Sonnenschein, azurblauer Himmel und nur ein leichter kalter Wind.

Die Wanderung ist ausgeschildert als  PR-TF 71  Camino Teresme – PR-TF 712 Camino de Ifonche und durchgängig gut mit weiß-gelben Balken gekennzeichnet.

Den ersten Teil auf einer breiten, sandigen Forststraße Richtung Montaña Colorada   kennen wir. Da holten wir uns vor Jahren Hunger, bevor wir mit der großen Wandergruppe in Las Lajas grillten.

Heute, sofort nach Verlassen des schon gut besuchten Grillplatzes, begrüßt uns ein Feld mit lilablühendem Teidelack, kurz darauf haben wir bereits die Insel La Gomera im Blick. Wir wandern abwärts durch den lichten Kiefernwald. Die Stämme sind noch immer kohlrabenschwarz vom letzten verheerenden Brand, jedoch fast alle Bäume haben wieder ausgetrieben. Dazwischen stehen gelegentlich noch schwarze Stümpfe als Mahnmal.

Hier gibt es eine solche Anzahl von vulkanischen Bomben, wie wir sie sonst noch nicht zu Gesicht bekamen. (Auszug aus Wikipedia: Eine vulkanische Bombe (früher: Auswürfling) ist ein bei  einem Vulkanausbruch ballistisch herausgeschleuderter Pyroklast, mit einem Durchmesser von mehr als 64 mm)

Wir können rasch ausschreiten und schon nach gut einer halben Stunde habenP1220919 wir die rötlich schimmernde Montaña Colorada vor uns.
Nach 50 Minuten Gehzeit erreichen wir einen Wegweiser „Adeje 15,1 km – Casasa Teresme 6,7 km und nun verlassen wir die Piste  und schwenken auf einen schmalen Pfad ein, so wie wir es lieben.
Ganz offensichtlich haben wir das Gebiet der „Bomben“ verlassen, dafür gibt es in diesem Wegabschnitt andere Felsformationen.

P1220932Langweilig wird uns nicht: Montaña Colorada im Blick, rechts davon die Insel La Gomera und  kurz darauf die Insel La Palma ganz malerisch von dicken weißen Wolken unterlegt.

Um 11:45 Uhr erreichen wir den nächsten Hinweis, 4,5P1220935 km haben wir bis jetzt zurückgelegt und nur fünf Minuten später sind wir am Fuß des roten Berges und wandern an ihm entlang. Ein Blick zurück und wir sehen den dominanten Sombrero.

Wir sind begeistert: Die Tour bietet soviel Abwechslung in der Landschaft, bei  den Ausblicken:  die Berge unter uns: Conde, Roque Imoque und Los Brezos. Von der Montaña Roja bei El Médano sehen wir die Küste entlang bis zum Hotelkomplex Abama. Wir haben den Eindruck, dass sogar manche Abschnitte der schwarzen Mondlandschaft gleichen.

Und nun durchwandern wir ein wunderschönes Gebiet: Die Hänge rauf und runter sind überzogen mit den dicken Puschen des gelbblühenden Hornklees, der wie ein Teppich unter den Kiefern liegt. Dazwischen hin und wieder zartlila die Büsche der Teide-Katzenminze.  Zauberhaft!

Über uns kreist in diesem blauen Himmel ein großer Vogel. Ein Milan? Wir sind leider alle Drei keine Vogelkenner.

In der nächsten Wegbiegung schauen wir auf die Inseln La Gomera und La Palma. Wir haben sie gleichzeitig im Blick! Das haben wir auch noch nicht gesehen.
P1220960

Bevor eine dicke weiße Wolke den Conde einhüllt, können wir ihn noch mit seinen Nachbarn Roque Imoque und Los Brezos fotografiern.
P1220963
P1220968Die rosa blühenden Zistrosen und die Kanarische Winde säumen den Weg und vor uns liegen die verlassenen Häuser von Teresme.
Ein paar Minuten später treffen wir auf den nächsten Wegweiser und wir folgen der Ausschilderung nach „El Aserradero 3,3 km“
Kurz darauf erreichen wir die Häuser Teresme mit dem rechts unterhalb liegenden großen Dreschplatz und den von Mauern umgebenen Terrassen, die jetzt alle brachliegen, aber dafür wachsen hier jetzt  Montebretien . Wir wandern daran vorbei.

Eins, zwei, drei, hast Du nicht gesehen, sind wir beim nächsten Hinweis und nun brauchen wir nur noch 0,7 km bis El Aserradero.
Im nächsten Abschnitt können wir die Insel El Hierro ausmachen! Diese Chance hat man nur sehr selten von Teneriffa aus.

Der schöne Pfad führt uns an einer Ansammlung von Fenchelpflanzen vorbei (wir haben probiert!) und Unmengen des Samenstandes von Affodills. (Das wollen wir im Hinterkopf behalten: Im Februar zur Blütezeit, ist das eine Wanderung wert!) . Wir nähern uns der ehemaligen Finca El Aserradero, denn wir schauen schon auf das eingefallene Dach.

Seit geraumer Zeit haben wir eine Ahnung, wo wir auskommen werden:
Oberhalb von Boca del Paso, dort beginnt der Abstieg nach Adeje.
So ist es!
Hier haben wir nun die Qual der Wahl: Weiter nach  Adeje = 5, 4 km, oder nach  La Quinta = 1,8 km oder auf dem PR-TF 71,2 nach Ifonche = 4,4 km.
Mein lieber Mann würde uns überall einsammeln.
ABER:
Wir wollten ja heute nach Ifonche, so fällt die Entscheidung leicht, da gerade dieser Streckenabschnitt mit zu Elisabeths Lieblingstouren zählt.
Wir sind ihn zwar schon häufig gegangen, haben aber bisher versäumt – auch heute – die Barrancos  zu zählen. 8, in Worten acht können sein.
Also  runter – rauf  – runter – rauf.
Auch der Barranco del Infierno in seinem oberen Bereich ist darunter.
Tolle Felsformationen sind es hier, die das Ganze so abwechslungsreich machen.

Dazu ein Fülle von Farnen und Cinerarien und Montpellier Zistrosen, Bonnets Natternkopf und und und.
Nach fast 6 Stunden Stunden Gehzeit, um 16:11 Uhr, erreichen wir Ifonche.
Wer erwartet uns bereits? Mein lieber Mann, dem wir bereits sehr früh oberhalb von Boca del Paso unsere ungefähre Ankunft mitgeteilt haben, denn in diesem Gebiet einen Netz-Zugang zu bekommen ist Glückssache.
Wir hatten uns nur 10 Minuten mit unserer Ankunft verschätzt.
Nun können wir diesen schönen Tag bei leckerem Essen und einem guten Glas Rotwein ausklingen lassen.

Fazit:
Die Insel ist immer wieder für eine Überraschung gut.
Zudem ist es wunderbar, dass die Inselregierung ihr „Herz“ für Wanderer entdeckt hat und inzwischen mehr Touren ausschildern lässt.
Immer wieder fragen wir uns nach einer besonders schönen Wanderung „ist diese Wanderung noch zu toppen?“
Heute können wir schon wieder sagen: JA, wir haben wieder eine „gefunden“.
Die Tour ist wunder-wunderschön!
Zudem, obwohl lang, nicht zu anstrengend und heute ganz ohne Abenteuer.

Vilaflor – Ifonche

Das heutige Wetter gab unsere Wanderung vor.
Angedacht war von Ifonche über Roque Imoque nach  Arona zu gehen.
Jedoch: die Wolken hingen so tief und oberhalb schien die Sonne.
Also umdisponieret: Vilaflor – Ifonche
Für uns kein Problem, denn Taxi „IrmEli“ sammelt uns überall ein.

Wanderwegstrecke: 3 Stunden ohne nennenswerte Pause, 11,1 Kilometer
Die Strecke ist bekannt und ausgeschildert.

Als Wandergast haben wir heute Elisabeths Bruder Theo als Begleiter dabei.

Um 10.30 Uhr starten wir vom Hotel Vill-Alba in Vilaflor, folgen dem Hinweis „Las Lajas“ und steigen bis zur Wasseraufbereitungs- Wasserverteilungsstelle auf. Dort zweigt links der Weg nach Ifonche ab.

Alles kein Problem. Was uns jedoch erschüttert ist, dass wir nunmehr 2 Stunden durch verbrannten Wald wandern und dass es noch leicht nach Brand richt.

2007 sind wir genau diese Tour gegangen und 2010 von Las Lajas aus. Alles war in bester Ordnung. Aber nun: verbrannter Wald. Der Brand vergangenen Jahres war wirklich verheerend. Fast kommen einem die Tränen.

Aber: es gibt auch Hoffnung: wie immer, die zähen kanarischen Kiefern, die ja eine Hitze bis zu 800 Grad vertagen können, treiben schon wieder aus.

Gehen wir dieselbe Strecke in zwei Jahren, können wir  sicher beglückt feststellen, die Kiefern haben weitgehend überlebt.

So ergeht es uns im letzten Stück oberhalb von Ifonche, dort wütete vor einigen Jahren der Brand und siehe da: es grünt wieder!

Zwischendurch haben wir den Blick auf auf den Roque Imoque und die Insel La Gomera, die sich aus dem Wolkenmeer erhebt und auf die ehemals landwirtschaftlich genutzten Terrassen.

Das Bild, das sich uns bietet, ist fantastisch, wie die Wolken aufziehen:


Die Strecke muss nicht mehr detailliert beschrieben werden – ist früher bereits geschehen – und zudem ist sie auch nunmehr gut ausgeschildert. Lediglich beim letzten Abhang – zwischen den zwei Barrancos oberhalb von Ifonche heißt es etwas aufpassen: jedoch mit weißen Punkten gekennzeichnete Lavabrocken weisen mittig den Weg.

Wenn man durch dieses verbrannte Teilstück des Kiefernwaldes wandert, kann man sich vorstellen, dass es ein Erlebnis ist, gerade hier regelrecht mit Blumen beschenkt zu werden.

Ob es nun große Flächen des rotschäftigen Blausterns sind, wilde Ringelblumen,  Kanarenknoblauch,  aparter Mohn, Hornklee, vereinzelte Blüten der lila blühenden Zistrosen, das Weiß der Montpellier-Zistrose oder des Escobon, das leuchtende Blau des kleinen  Blümchens des Acker-Gauchheils, das mir seit Kreta Respekt abverlangt, als es sich zwischen Felsspalten hervorquetschte, selten, unterhalb des Teide: die rosarot blühenden Teide-Skabiosen, „Rosalito salvaje“ nennen sie die Einheimischen liebevoll –  oder – wie wunderschön – im letzten Drittel der Wanderung Affodills in einer Vielzahl, wie es uns seit der ersten Conde-Besteigung nie mehr begegnet ist. Wie schön, wie gut, dass sie überlebt haben.

Wanderten wir zwei Stunden im strahlenden Sonnenschein, so gerieten wir dann doch in die dichten Wolken und konnten beobachten, wie die bewundernswerten Kanarischen Kiefern die Wolken „ausmelken“. Die Wassertröpfchen hängen an den Kiefernnadeln und werden dem Boden zugeführt. Im Inneren des Bodens sammelt sich das Wasser und wird dann in Galerien als Wasserquelle genutzt. Phantastisch.
Große Mengen des Wasserverbrauchs auf der Insel werden auf diese Weise gewonnen.
„Wie wichtig der Baum und seine Funktion für den Wasserhaushalt der Insel ist und wie das Wasserauskämmen durch die langen Nadeln funktoniert, hat H. Meyer schon 1896 erkannt. „Die umherstehenden Pinien trieften von der Feuchtigkeit der Nebel, ohne dass es geregnet hatte“ schrieb er, und „führten das von den langen Nadeln  tropfende Nass in großen Pfützen ihren Wurzeln zu, während ringsum der Boden und die Steine vollständig trocken waren. Der Nebel genügt also vollkommen, um in diesen trockenen Höhen die Pinien zu bewässern“. Heute wissen wir, dass der Eigenverbrauch weit unter der erbrachten Wassermenge liegt. Die Kanaren-Kiefer verdient gleichermaßen Schutz und Verehrung.“ (Auszug aus: „Pflanzen auf Teneriffa“ von Hermann Schmidt)

Der Blick vom letzten Höhenrücken vor Ifonche links wie rechts in den Barranco ist schon sehr durch die Wolken getrübt.

Ah, welche Wohltat: es grünt wieder!

Von hier oben teilen wir unserem Taxi „IrmEli“ mit, dass wir wohl in ca. 45 Minuten unterhalb des Restaurants in Ifonche auskommen werden. Aus Erfahrung wissen wir, weiter unten gibt es kein Netz zum Telefonieren.

Unten, im Barranco, wandern wir über heftige Steinbrocken, blicken rechts hoch auf die „Lajas“ die Platten und werden zum Schluss noch mit dem Blick auf einen schönen Natternkopf-Busch belohnt.

Es passt: Wir kommen an und wer erwartet uns? Mein lieber Mann!

Nun müssen wir nochmal hoch nach Vilaflor Elisabeths Auto holen und kehren in Escalona – wie schon mehrfach – im Restaurant „La Barrica“ ein.

Wie immer: Zur vollsten Zufriedenheit.
Nur ein Tipp am Rande: Der Großvater des Wirts war sein „profesor“. Nunmehr keltert der Wirt den Weißwein und den Rotwein selbst, ohne Filter, dadurch zwar mit etwas Trübstoffen, aber vom Geschmack her: unvergleichlich gut!

Las Lajas – Ifonche

Das Motto für diese Wanderung könnte lauten: „Von nun an ging’s bergab“. Zugegeben: Mit einigen teils kürzeren, teils etwas längeren Anstiegen. Jedoch: Ausgangsbasis ist eine Höhe von rund 2100 Metern und wir kommen bei ca. 1250 Metern an.
Eine Wanderung die durch lichten Kiefernwald führt – der sich nach dem Brand von 1998 wieder gut erholt hat – und immer wieder beeindruckende Einblicke in imposante Barrancos mit immer wieder anderen Felsformationen gewährt und – hätte man freie Sicht – den Blick auf den Südwesten Teneriffas mit dem Massiv von Adeje und auf die landwirtschaftlich genutzte Ebene von Trevejo mit ihren Bimssteinfeldern freigibt.
Also los!

Wanderwegstrecke: 5 Stunden
In dieser Saison ist die Nutzung der Buslinie 342 um 09:15 ab Playas de las Americas in die Cañadas für uns schon fast zur Routine geworden. Um 10.30 Uhr verlassen wir bei Las Lajas (2100 m) den Bus, queren die Straße und den großen Grillplatz in gerader Linie, lassen das Gebäude links liegen, gehen vorbei an einem hölzernen Hinweisschild „WC“ und gehen bis zu zwei Eisenstäben die ehemals zur Befestigung einer Informationstafel dienten. An einem Stein sehen wir die Markierung: grün-weißer Punkt und im ersten Stück ist der Weg mit Steinen eingefasst. Hier biegen wir also rechts ab und müssen jedoch im ersten Stück den Pfad zwischen den Sträuchern suchen, da er offensichtlich nicht viel begangen wird.
Nach ca. 20 Minuten sind wir an der ersten Hinweistafel Paradores Pastoriles und einem Hirtenunterstand. Die Tafel ist leider schon sehr verwittert, wir können aber noch entziffern, dass erklärt wird, dass es sich hier früher um das Sommer-Weidegebiet handelte.
An einer dicken, auch vom Brand gekennzeichneten Kiefer gehen wir über Kiefernnadeln links aufwärts, um am letzten Ast rechts abzubiegen.
Wir gelangen an die nächste Informationstafel: Campo de Vulcanes de Ifonche. Hier können wir die Namen der umliegenden Berge ausmachen. Die rote Kuppe, die so dekorativ den Vordergrund für den Weitblick zur Insel La Palma abgibt, muss die Montaña de la Medida sein.
Wir wandern weiter mutterseelenallein im Sonnenschein, traumhaft schön, blicken auf ein weißes Wolkenmeer unter uns aus dem die Gipfel der Roque Imoque, Conde und Los Brezos herausragen und zwischen Kiefern machen wir in der Ferne sogar El Hierro aus.
Wir gehen die längste bergabwärts führende Strecke durch den Kiefernwald.
Nach ca. 1 Stunde fühlen wir uns  in die Alpen versetzt: Über eine große Felsfläche rieseln und plätschern Wasserbäche, die wir dem Regen der letzten Tage zu verdanken haben. Hier legen wir erst mal einen kleinen Stopp ein, um dieses Schauspiel genügend würdigen zu können.
Weiter geht es nun abwärts zum Barrancogrund von „El Cuervo“, müssen natürlich wieder aufsteigen und können uns an der nächsten Tafel „schlau“ machen über die „Basaltus antiguos“, die als Folge  einer sehr ruhigen und fließenden Eruption entstanden sind und sich durch ihr großes Volumen und ihre dunkle Farbe auszeichnen. Davon können wir uns mit einem Blick auf die andere Seite des tiefen Barrancos überzeugen.
Inzwischen sind wir bei 1900 Metern angelangt.
Die Bodenbeschaffenheit des Weges ist sehr unterschiedlich: Kiefernnadeln, sehr angenehm zu gehen, weniger gut zu gehen sind die Strecken, die mit dicken Felsbrocken übersät sind, weniger Probleme machen die Passagen, die über Platten – Las Lajas – führen.
Die 4. Hinweistafel bei 1775 Metern klärt uns über „La Silvicultura“ auf. Hier wird ausführlich über die Anpflanzung von Kiefern und die Harzgewinnung aus den kanarischen Kiefern  – Pinus canariensis – berichtet. Aus dem gesammelten Harz wurde durch Destillation Terpentinöl und Holzpech gewonnen. Diese Stoffe dienten zum Abdichten der Schiffe und zur Herstellung eines Heilöls, des sogenannten „Miera“.
Wir wandern den Hang weiter abwärts, queren eine Forststraße und gehen weiter gerade aus bergab, folgen dem grünen Pfeil. Kurz darauf gelangen wir wieder auf die Forststraße und ein weiterer grüner Pfeil weist uns nach links. Wir wandern oberhalb eines verfallenen Hauses mit Wellblechdach vorbei und nochmals weist uns ein grüner Pfeil nach links. Der Weg steigt an, ist durch seinen gerölligen Untergrund nicht gut zu gehen, jedoch gut zu erkennen, da links mit Steinen eingefasst und der nächste grüne Punkt leuchtet uns entgegen.
Die nächste Informationstafel „El Pinar“ ist bereits sehr verwittert und kaum noch zu lesen.
Sie beschreibt wohl die hier vorkommenden Pflanzen. Erstaunt stellen wir fest, dass wir wieder auf einer Höhe von 2100 Metern angelangt sind.
Auf einem nunmehr breit ausgebauten Weg mit dicken Steinen geht es aufwärts.
Wieder hätte eine Tafel über irgend etwas aufgeklärt, aber sie ist entweder durch Witterungseinflüsse oder Raudis absolut unlesbar.
Unverdrossen gehen wir weiter abwärts und um 13 Uhr, nach 2 ½ Stunden Gehzeit, erreichen wir oberhalb der weiß durch die Kiefern schimmernden Gebäude der Wasserversorgung, eine neue Markierung: Camino Natural Anaga Chasna.
Hier bleibt es nun jedem selbst überlassen, ob er abwärts nach Vilaflor die 1,9 km geht oder – wie wir – rechts dem Hinweis: Etappe 7, Ifonche 9,2 km. Der Weg ist nunmehr bestens präpariert und gekennzeichnet: weiß-rote Striche, abgehende Pfade, die nicht genommen werden sollen sind mit gekreuzten Strichen markiert.
Wir gelangen an die Stelle die im November vergangenen Jahres gesperrt war. Nun wissen wir auch warum: Die ganze Strecke bis Ifonche ist ausgebaut und markiert worden. Verlaufen gibt es nicht mehr, auch keine Zweifel kommen mehr auf.
Wir kommen an die Stelle mit dem großen „Versammlungsplatz“, nach Dreschplatz sieht es  nicht aus und von hier aus hätte man – bei guter Sicht – wieder einen phantastischen Ausblick bis zur Montaña Roja, wie wir es in der Vergangenheit erleben durften.
Wir staunen nur noch: Weiter abwärts ist ein neuer, kleinerer Steinkreis erbaut worden.
Um 13.45 – wir sind inzwischen 3 1/4 Stunden unterwegs – erreichen wir den immer wieder zu bestaunende Wirrwarr der verschiedenen Wasserleitungen. Schon 5 Minuten später zeigt uns die nächste Hinweistafel auf, dass es nach Ifonche noch 6,7 km sind.
Nun sind wir neugierig, wo uns der neu angelegte Weg hin bringt, denn früher gingen wir rechts die Forststraße aufwärts, so von mir im Februar 2007 beschrieben, und nun biegen wir links ab, der Ausschilderung folgend..
Die Gegend kommt uns sehr vertraut vor, denn auf mehreren Wanderungen, die wir bei Kilometer 15 der TF 51 Richtung „großes Wasserbecken“ starteten, irrten wir auf dem Weg nach Ifonche hier herum. Nun gibt es keine Zweifel mehr, wir werden geleitet. Wir passieren ein neues, ausgebautes Brückchen mit gefüllten Gumpen.
Ein kurzer Aufstieg führt uns wieder an ein Wasserreservar, weiße Punkte leiten uns nun. Wir erreichen die Anhöhe, die wir früher von oben kommend passierten und gehen bis zu dem dicken Steinmännchen weiter, um einen Blick in den beeindruckenden Barranco de Ifonche zu werfen. Etwas weiter unterhalb probieren wir das Echo aus und kehren nun auf den markierten Weg zurück.
Ein ganzes Stück weiter bergab queren wir einen gemauerten, kein Wasser führenden Kanal, um erst wieder einen Blick in den links des Hangs liegenden Barranco mit seinen wuchtigen Steimsäulen zu werfen.
Wie sagte ich eingangs: „Von nun an ging’s bergab“. Und so war es. Der Wasserkanal begleitet uns noch ein ganzes Stück rechts von uns und in Serpentinen steigen wir in den Barrancogrund, folgen diesem links, um dann auf die TF567 bei Km 3 aufzusteigen.
Da wir unsere Männer um 14.45 Uhr verständigt hatten, dass wir voraussichtlich gegen 16 Uhr in Ifonche sein werden, damit sie uns „einsammeln“ können, und wir doch schneller waren als wir absehen konnten, marschieren wir Richtung TF 51 – vorbei an beeindruckenden Felswänden bis zur Gedenkstätte für Hermano Pedro. Und um Punkt 16 Uhr sind wir wieder vereint und – wie schon öfter –  kehren wir in La Escalona im „La Barrica“ ein.
Eine wunderschöne Wanderung, größtenteils so gar im Sonnenschein, hat ihren Abschluss gefunden und kann zur Nachahmung empfohlen werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Tour zu gestalten: Entweder in der von uns gegangenen Form. Hat mein kein liebevolles Taxi, dann muss man halt die 3 km bis zur Bushaltestelle an der TF 51 gehen.

Will man seinen Knien die gesamte Strecke nicht zumuten, kann man entweder in Villaflor beim Hotel Vilalba einsteigen, dann ist die Strecke mit An- und Abfahrt mit Bus zu bewerkstelligen.

Oder man setzt Autos um. Eins wird in Ifonche abgestellt und das andere bei Km 15 an der TF 51, dann verkürzt sich beide Male die Wanderstrecke enorm.

Achtung! Will man sein privates Abholtaxi verständigen, wann man abgeholt werden will, empfiehlt es sich, bei dem erwähnten großen Steinmännchen anzurufen, denn aus leidvoller Erfahrung wissen wir, dass es etwas weiter unten und auch an der TF 567 keinen Netzempfang gibt für’s Handy gibt!