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Erjos – Las Moradas – Los Silos
Im Dezember 2011 gingen wir bereits von Erjos nach Los Silos, 5,7 km, also eine kurze, jedoch steile Strecke (6). Da uns diese Tour so gut gefallen hat, nahmen wir nun die längere mit 11,7 km in Angriff (5).

Bei traumhaften Wetter war im Bereich des Lorbeerwaldes das Lichtspiel von Sonne und Schatten besonders schön.
Wanderwegstrecke: Gehzeit 3 ½ Stunden, inclusive 10 Minuten Pause
Die Anfahrt mit der Linie 460 vom Busbahnhof Playas de las Américas um 9.35 klappte wieder problemlos. Nach 1 Stunde 15 Minuten waren wir im Dorfmittelpunkt von Erjos. Beim Zebrastreifen die Straße gequert, die
Hinweistafeln beim Kirchlein studiert und der erste, kurze Abschnitt ist identisch mit der Wanderung nach Los Silos auf der kurzen Strecke.
Wir halten uns nun diesmal links, der Wegweiser zeigt an: PR TF /52/54 Las Portelas, 10,5 km. Vorbei an einem mit Kohl bepflanzten Garten und im prallen, warmen Sonnenschein steigen wir zwischen gelb blühendem Stechginster
aufwärts. Gehen an den zwei Sendemasten vorbei und befinden uns auf
der von vielen früheren Wanderungen bekannten Waldpiste.
Hier können wir rasch Voranschreiten und gelangen in knapp einer Stunde an den Abzweig
„TF PR 54 Los Silos 7,4km“.
Wir legen eine kurze Trinkpause ein und sind für den steilen Einstieg in den Abstieg gerüstet.
Der schmale Pfad begeistert uns und die Strecke ist sehr gut zu gehen, da steile Passagen sich mit am Hang entlangführenden abwechseln.
Vor vielen Jahren sind wir diese Tour schon einmal gegangen (das Enkeltöchterchen machte sie im – von unserem Sohn getragenen - Tragetuch mit) und ich konnte mich an Hänge erinnern, die ganz von Glockenblumen überzogen waren.

Die gab es diesmal nur ganz wenige. Die lange Trockenheit hat hier dem Wald doch sehr zugesetzt.
Wir haben den Eindruck, dass alle Blätter ganz schlapp am Baum hängen. Jedoch, die Erikabäume stehen in voller Blüte.
Aber auch ohne Glockenblumen sind die Ausblicke auf die grün bewaldeten Hänge, zwischendurch zur Küste oder auf Felsmassive wunderschön.
Die Vögel zwitschern und tritt man nach einer halben Stunde Gehzeit aus dem Schatten des Lorbeerwaldes heraus, freuen man sich über die wärmenden Sonnenstrahlen und quittengelbe Schmetterlinge tanzen um uns. Zitronenfalter?
Der nächste Hinweis: Noch 5,6 km nach Los Silos.
Rechter Hand begleitet uns der Barranco de los Cochinos und der
Waldweg geht in den gepflasterten, ehemaligen camino real, den Handelsweg, über. Zum Teil geht man auch über pures Lavagestein und wir erreichen die ehemalige Ansiedlung: Las Moradas. Bis in die 60er
Jahre wurde hier noch intensiv Landwirtschaft betrieben.
Nunmehr holt sich jedoch die Natur wieder das Terrain zurück.
Immer wieder bestaunen wir die Kunst des Mauerbaus! Und die Kunst des Kanalsbaus!

Hoch oben und tief unten sehen wir unterhalb des Roque Blanca und im Barranco de Bucarón die Kanäle.
Auf der ganzen Wanderung: Ausblicke auf die bewaldeten Hänge und die bizarren, mit Flechten verzierten Bäume und auch
abgestorbenen Zweige.
Kurz vor Los Silos stoßen wir wieder auf das Ende des kurzen, steilen Abstiegs von Erjos, den wir im Dezember gemacht haben.
Schnell sind wir wieder an der schönen Plaza und haben – unter riesigen Ficusbäumen – noch Zeit für einen Milchkaffe ehe um 15.50 Uhr der Bus kommt.
Diesmal machen wir eine Inselumrundung!
Mit der Linie 107 können wir bis Santa Cruz durchfahren, dann in die Linie 110 nach Los Cristianos umsteigen.
Fazit:
Die Tour ist wunderschön, sie ist gut zu gehen und selbst die An- und Abfahrt mit dem Bus ist ein Erlebnis.
Wenn man dann noch so ein Glück mit dem Wetter hat! Was will man mehr!
Anfahrt: nach Erjos-Kirche
9.35 Uhr mit Linie 460 ab Busbahnhof Playas de las Américas
Ankunft:
10.45 Uhr in Erjos
Abfahrt: nach Santa Cruz
15.50 mit Linie 107 ab Durchgangsstraße
Ankunft:
16.43 Uhr in Santa Cruz, Busbahnhof
Weiterfahrt:
16.45 Uhr nach Los Cristianos
Roque Taborno zum Zweiten!
Im Januar 2010 haben wir unseren Ausflug ins Anaga-Bergmassiv, mit besonderem Ziel die Umrundung des Roque Taborno (706 m), beschrieben und mussten zugeben, dass das wohl ein Satz mit “X“ war, nämlich nix. Die Wegbeschreibung hat uns in die Irre geführt.
Aber: Es hat uns gereizt zu erfahren, wo wir verkehrt gegangen sind. Diesmal hatten wir zwei ausgezeichnete Führer mit und trotz heftigem Wind ist es uns die Umrundung gelungen.
Fazit: Eine richtige Bergtour die Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit erfordert. Eine wunderschöne, aber nicht ungefährliche Tour.
Wanderstrecke ca. 1 Stunde 45 Minuten
Der erste Teil der Wanderung bleibt gleich wie bereits beschrieben. Daher nun nur die Kurzform:
Vom Ortseinang abwärts bis zur Kapelle, dem Hinweis „Roque Taborno“ auf einer Holztafel folgen, auf dem leicht ansteigenden, rotgestrichenen, betonierten Pfad gehen bis kurz vor dem Mirador „Fuente de Lomo“. Hier links ab, über Stufen absteigen und durch den Lorbeerwald gehen, auf dem erst geriffelten Pfad, der dann in gestampfte Erde übergeht.
Wir lassen eine Wasserzapfstelle links liegen und folgen dem Weg weiter oberhalb eines Hauses bis zum Ziegengatter. Dies schließen wir
selbstverständlich wieder und gehen nun runter und rauf und runter und rauf, auf eine Felswand zu, die mit rötlichen Flechten überzogen ist.
Hier war beim letzten Mal unser Fehler: Wir folgten dem rechts abgehenden Trampelpfad, der uns beim letztenmal ins „Aus“ führte.
Richtig ist: Bei den Felsen steil bergauf, über „Lajas“ Platten.
Wir gehen im Uhrzeigersinn: unterhalb einer verfallenen Hütte, vor uns rechter Hand eine aus Vulkangestein errichteten Mauer, führt uns der Pfad auf die Rückseite des Roque Taborno. Von hier aus kann man sich nicht mehr verlaufen. Es heißt erst wieder den Aufstieg nach der Biegung zu suchen: Zwischen Erika- und Wehrmutbüschen geht es über ein Felsplateau steil bergauf. Steinmännchen zeigen den Weg. Wir halten links auf den Grad zu, quasi durch eine Wiese, nicht steil weiter bergauf. Von hier kann man noch einige Meter links gehen, um den Ausblick aufs Meer noch näher zu
erleben, dann geht es jedoch rechts steil aufwärts direkt auf den Felskoloss zu. Unmittelbar unterhalb des Felsen führt der äußerst schmale Pfad weiter. Wir laufen auf ein Plateau zu mit einer großen aufgeschichteten Menge von Steinen, quasi das Gipfelkreuz. Von hier geht es über Geröll steil abwärts. Der Pfad ist hier nur schlecht auszumachen.
Wir kommen schließlich wieder bei der Wasserzapfstelle aus und biegen hier scharf rechts ab, um auf den blumengesäumten Weg nach weiteren 15 Minuten am Ausgangspunkt anzukommen.

Auch diesmal begeistern uns die wunderschönen Ausblicke und die Blumenpracht. Neben den prachtvollen Glockenblumen für mich etwas eues: Was ich bisher noch nie entdeckt hatte: den Kanaren-Fingerhut.
Botanik:
Kanaren-Fingerhut, Isoplexis canariensis, diese endemische Pflanze
wächst nur im feucht-kühlen Lorbeerwald und hebt sich mit seiner leuchtend orangen bis bräunlichgelben Farbe und seinen eleganten Blütenständen bestens von den sie umgebenden Farnen, Erikabüschen, Lorbeer- und Gagelbäumen ab. Die ca. 3 cm langen Blütenkronen des kandelaberartig wachsenden Strauches stehen in dichten Trauben und er gehört, wie auch die einheimischen Fingerhutarten (Digitalis), in die Familie der Rachenblütler. Früher benutzten die Tinerfeños ältere hohle Stängel des Fingerhutes als Pfeifenrohr. Die Spanier nennen ihn Cresta de gallo, d.h. Hahnenkamm.
Restaurant:
War in den letzten Jahren das Restaurant „Historias para no dormir“ – wie auch noch im Januar – geschlossen, jetzt die Überraschung: Es ist geöffnet.
Noch ehe wir zu unserer Wanderung starteten haben wir einen Tisch reserviert und wie sich später zeigte, war das sehr gut. Das angebotene Menü mit vielen Variationsmöglichkeiten war ganz ausgezeichnet und dazu noch sehr preiswert. Offensichtlich hat das Restaurant sich einen berechtigt guten Ruf erworben, denn wir erlebten, dass man ohne Reservierung keine Chance hatte. Es wurden etliche „Möchte-gern-Gäste“ abgewiesen.
Anfahrt:
Auf der Autobahn TF2 nehmen wir die Ausfahrt 8A Richtung La Laguna/TF13/Tegueste. Der TF13 folgen wir bis in einem Kreisverkehr ein Abzweig auf die TF12 angezeigt wird. Auf der TF12 bleiben wir – vorbei an Cruz de Carmen – bis wir links den Hinweis nach Taborno erreichen. Jetzt immer Richtung Taborno, wo die Straße endet.
